Miriam Rupp

Gründerin, PR- und Storytelling-Expertin, Berlin

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Die größten Stolperfallen bei Influencer Relations

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Den letzten Urlaub in einem Hotel verbracht, über das der Lieblingsblogger berichtet hat? Diese oder ähnliche Situationen kennen besonders junge Leute. Deshalb ist es mittlerweile ein beliebtes PR-Tool, Social-Media-Meinungsführer in die PR-Arbeit zu integrieren. Für Unternehmen bieten Influencer Relations große Vorteile: Blogger und Vlogger haben sich bereits eine Community aufgebaut, die ihnen vertraut und sie als Experten auf einem bestimmten Gebiet ansieht. Dank ihrer Präsenz auf verschiedensten Social-Media-Plattformen stehen Influencer zudem in unmittelbarem Kontakt mit heiß begehrten Zielgruppen und kennen deren Bedürfnisse und Präferenzen wie kein Zweiter. Bei der Kontaktaufnahme zu den begehrten Digital-Multiplikatoren sollten Unternehmen jedoch folgende Stolperfallen vermeiden:


Ein klassischer Fehlstart: Schlechte Recherche und Mainstream-Ansprachen 

 Die Arbeit mit Influencern hat sich in der PR längst etabliert. Dementsprechend erhalten Influencer viele Anfragen zu Kooperationen von Agenturen oder Unternehmen. Je größer der Blog, desto begehrter ist die Kooperation mit ihm. Eine individuell gestaltete Ansprache gilt darum als die Basis guter Zusammenarbeit - schließlich sind langfristige Relations das Ziel. Bevor der Kontakt zu einem Meinungsführer hergestellt wird, lohnt es sich also, dessen Arbeit genauer unter die Lupe zu nehmen: Was bewegt den Influencer gerade? Wurde schon einmal der Wunsch nach einem bestimmten Produkt oder Kritik an etwas geäußert? Was interessiert seine Community? Wie gehen Influencer und Follower miteinander um? Ein lockeres „Hey, bist du wieder gut von deiner Reise heimgekommen?" und ähnliche Bezüge zu aktuellen Posts zeigen dem Influencer echtes Interesse an seiner Arbeit und legen damit den Grundstein für eine wirkliche Beziehung zueinander.


Falsches Rollenverständnis: Kein Geschichtenerzähler, sondern Teil der Story Gute 

PR lebt von guten Storys, das gilt auch in den Blogger-Beziehungen. Influencer können auf unterschiedlichen Wegen Teil der Geschichte werden: Aufgrund ihrer Position als Experten und Meinungsführer stellen Influencer für ihre Follower moderne Mentoren dar. Sie teilen also ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit ihren Anhängern, die davon profitieren. Aber es geht auch anders herum, wie die Techniker Krankenkasse zeigt. In ihrer Kampagne erzählt sie unter anderem die Geschichte des beliebten Youtubers LeFloid. In einem Videospot berichtet der Vlogger von seinem Traum, Chirurg zu werden. In Folge eines Unfalls musste er diesen Traum aber aufgeben und entschloss sich stattdessen, Youtuber zu werden. Wichtig hierbei: Der Influencer dient nicht als reines Werbegesicht, sondern ist Teil der Story, die bewegt und damit im Kopf bleibt. Das lässt Unternehmen und Influencer authentisch und ehrlich wirken.


Zu viel des Guten: Influencer wollen keine Anleitung für den eigenen Content 

 Mit einem vorgefertigten Skript oder Text stößt man in Influencer-Kreisen auf wenig Begeisterung, schließlich verstehen sie sich nicht als Dienstleister. Influencer erstellen viel lieber eigenen Content, dafür benötigen sie natürlich gute Informationen und Hintergrundwissen. Genaue Vorschriften zu Blogeinträgen oder Instagramposts ecken da eher an. Stattdessen sollten Unternehmen Influencern genügend Spielraum geben, um ihre Ideen auf ihre eigene Art mit den Kampagnenzielen zu vereinen. Ziel allen Aufwands ist es schließlich, die Community der Meinungsführer zu erreichen - und die kennt der Influencer nun mal am besten. Er weiß, welche Formate ansprechen und welche Inhalte gut von seinem Publikum aufgenommen werden.


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