Kay-Christian Heine

Freier Photojournalist & Autor, Jurist, Köhn (bei Kiel)

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Artikel

Die heilende Kraft des Feuers

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Der Bildhauer Jan Koberstein schafft mit einem Denkmal für Hexenprozesse einen Ort der Versöhnung und Einkehr

(Erstmals erschienen in der „Evangelischen Zeitung" für Schleswig-Holstein Nr. 24 vom 18. Juni 2017)

Viele Menschen sehen die Zeit der Hexenprozesse wohl längst im Lauf der Geschichte verblasst. Jan Koberstein indes bewegen sie als ein, wie er sagt, „durch die Generationen weitergereichten Alptraum" bis heute. Tief im Geäst seines Stammbaums gab es eine Frau, die Opfer von Hexenverfolgung geworden war. Das ließ Jan Koberstein eine lange, erfahrungsreiche Reise in die eigene Seele unternehmen. Von ihr brachte er vor sieben Jahren den Wunsch mit, einen Ort der Erinnerung für die in den Jahren 1666 und 1686 auf Gut Schmoel geführten Hexenprozesse zu schaffen. Eine wertneutrale Stätte der Erinnerns jenseits von Schuld und Sühne stellte er sich vor, einen „Ort der emotionalen Auseinandersetzung ohne Manifestation des Grauens", sagte er damals. Möglichst viele Menschen sollten daran mitwirken, ihre Ideen, Gedanken und Fertigkeiten einbringen.

Mit dem Bau des rund drei Meter hohen, kegelförmig gewölbten „Schmoeler Hexensteins" hat sich der Bildhauer diesen Wunsch nach fünf Jahren Bauzeit nun erfüllt. Zu Sommerbeginn soll das skulpturale Objekt seine Vollendung finden - gebrannt im Feuer und mit einem mehrtägigen Fest.

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