Jasmin Moll

Redakteurin und Texterin, Berlin

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Datenjournalismus als Herausforderung für die Kommunikation von Unternehmen: Eine kritische Beleuchtung einer neuen journalistischen Darstellungsform.

Postfaktisch ist das Wort des Jahres 2016. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) betont damit die Relevanz einer allgemeinen Wahrnehmungsveränderung. Vor allem in der politischen Diskussion scheint ein Teil der Öffentlichkeit den eigenen Emotionen mehr Glauben zu schenken als den Fakten. Das Web 2.0 bietet heute jedem Internetnutzer eine Plattform für seine Meinungen und Botschaften. Fake-News, Social Bots, künstliche Intelligenz (KI) oder Algorithmen sind zurzeit regelmäßige Themen der Medienberichterstattung. Aber auch Begriffe wie digitale Transformation und Big Data sind von großer Relevanz und gehören zu den elementaren Themen dieser Zeit, die gleichermaßen in der Öffentlichkeit wie in der Wissenschaft heiß diskutiert werden. All das sind Folgen der Digitalisierung, die sich in alle Bereiche des heutigen Lebens ausgebreitet hat. Der vielzitierte Satz „Daten sind das neue Öl“ des Mathematikers Clive Humby aus dem Jahr 2006 ist längst in den Köpfen angekommen. Er bezeichnete vor rund zehn Jahren Daten als einen Rohstoff, der raffiniert werden muss, um ihn wertvoll zu machen.

 

Kurze Zeit später brachte die Digitalisierung ein neues Genre im Online-Journalismus hervor: den Datenjournalismus. Der Begriff leitet sich von Data Driven Journalism (zu Deutsch: datengetriebener Journalismus) ab und wird mit DDJ abgekürzt. Die Abkürzung wurde aus dem Englischen in die deutsche Fachliteratur und Publizistik übernommen. Im Mittelpunkt stehen Daten, also reale Fakten. Könnte er als ein Heilmittel im Kampf gegen das postfaktische Zeitalter eingesetzt werden? Kein geringerer als der Begründer des World Wide Web, Tim Berners-Lee, bezeichnete 2012 Datenjournalismus als die Zukunft im Journalismus. Auch der „Goldmedia Trendmonitor 2016“ bewertet Datenjournalismus als zukunftsweisend, der in Zeiten von Big Data und der Bedrohung durch Automatisierung wie bspw. Roboterjournalismus an Bedeutung gewinnt. Der professionelle Umgang mit Daten wird sowohl für Unternehmen als auch in der Medienlandschaft immer wichtiger.

 

Was die Trends in der Kommunikationsbranche anbelangt, ist die digitale Kommunikation neben der persönlichen Face-to-Face-Kommunikation zum wichtigsten Werkzeug in der Kommunikation von Unternehmen geworden. Aber auch die mobile Kommunikation und Media Relations (zu Deutsch: Medienarbeit) gewinnen an Relevanz.

 

Dem datengetriebenen Journalismus (Datenjournalismus) steht die datengetriebene Kommunikation von Unternehmen gegenüber. Jedes Unternehmen sammelt an unterschiedlichsten Touchpoints Daten seiner Kunden. Aber wie sieht es mit der weiteren Nutzung dieser Daten aus? Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Unternehmen Datenjournalismus für ihre Kommunikation nutzen können.


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Einleitung meiner Bachelorthesis (01/2017) 

(Quellenangaben entfernt)