Dr. Helga Wäß

Freie Journalistin, Kunst, Kultur Trends und mehr, München

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Bayerische Staatsbibliothek: Gefälschte Walderseemüller-Segmentkarte

Ludwigstrasse muenchen odeonsplatz foto helga waess

Ludwigstraße in München, re. hinten: Universitätskirche, davor die Bayerische Staatsbibliothek (BSB), Foto: Helga Waess

Bayerische Staatsbibliothek in München

 Die Bayerische Staatsbibliothek in München bestätigt, dass die im Haus verwahrte "Geburtsurkunde" Amerikas eine Fälschung ist!

 Münchner Schatz der Geschichte ist leider nur eine Kopie und um das Jahr 1960 von einem Restaurator angefertigt


München. Wie die Bayerische Staatsbibliothek am Donnerstag bestätigte, ist die Weltkarte, in welcher vermutlich erstmals der Name "America" verwendet wurde, eine Fälschung. Die Staatsbibliothek hatte die so genannte "Waldseemüllerkarte" im Jahr 1990 für zwei Millionen Deutsche Mark angekauft. Es sollte sich um eines von sechs echten Weltkarten handeln. Die Echtheit der Karte des Kartografen Martin Waldseemüller, der von 1470 bis 1522 lebte, wurde auch nicht angezweifelt. 

Erst als das Auktionshaus Christie's sich Herbst letzten Jahres mit einem weiterem Exemplar zur Untersuchung im Haus anmeldete, kamen erste Zweifel auf.


Why Experts Don't Believe This Is a Rare First Map of America


Bei einem Vergleich der beiden Exemplare stellten sie sich als Kopien heraus: die in das Jahr 1507 eingeordneten Drucke wurden erst um 1960 angefertigt. Bereits im Dezember führte Michael Blanding in der New York Times in seinem Artikel aus " Why Experts Don't Believe This Is a Rare First Map of America" und warum das Auktionshaus Christies' die Karte aus der Auktion nahm (dieser Link führt zum Blanding-Artikel in der NY-Times).


Bei der Untersuchung der Druckfarben der gefälschten Karte stellte man zunächst fest, dass die Druckfarbe auf dem Kleber saß und die Kanten des Drucks zu glatt abschlossen - was mit den Holzdruck-Blöcken des 16. Jahrhunderts so noch nicht möglich war.


Kein Original-Exemplar des "Waldseemüller"-Globussegments


Im Bayerischen Rundfunk erzählte der Generaldirektor der Staatsbibliothek, Dr. Klaus Ceynowa, wie die Echtheitsprüfung der Münchner Globus-Segmentkarte ablief und warum es 1990 nicht möglich war, die Fälschung zu erkennen.  ...

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