Gerd Blank

Journalist, Autor, Redakteur, Hamburg

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Digitale Bausteine für den Erfolg

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Heutzutage erwarten Reisende, Transporteure und andere Endkunden von der DB ein verbessertes Kundenerlebnis, ganzheitliche Reise- und Transportketten sowie personalisierte Ansprachen. Kein Wunder, schließlich ist dies bei alternativen Anbietern oft bereits vorhanden. Um dies langfristig zu erreichen, erfordert es eine schnelle und flexible Nutzbarmachung neuer digitaler Technologien und Services. Noch immer ist es aber bei der Entwicklung von Software vielerorts gängige Praxis, Anwendungen und Dienstleistungen für Kunden individuell zu programmieren. Alles aus einer Hand, alles selbst gemacht. Doch so gut es klingt, maßgeschneiderte Kundenlösungen zu entwickeln: Dieses Vorgehen ist kostspielig und zeitintensiv.

Genau hier setzt der Business Hub von DB Systel an. Künftig haben alle Konzerneinheiten die Möglichkeit, dort ihre Services und Daten anzuschließen oder zu aggregieren. „Dadurch entsteht im Business Hub ein Marktplatz für den Vertrieb und die Nutzung solcher Daten und Services", erklärt Ian Knop, bei DB Systel für Vertrieb, Marketing und Business Consulting zuständig. DB Systel entwickelt und betreibt die Plattform, um ein wachsendes Ökosystem von Services und APIs als Motor der Digitalisierung im DB-Konzern bereitzustellen. Künftig soll es möglich sein, ein neues, bedarfsgerechtes Bezugsmodell für infrastrukturelle oder geschäftsunterstützende Services zu bieten - seien es DB-interne oder Services vom freien Markt.

Eine Plattform für alle

Derzeit bauen viele Konzerneinheiten digitale Plattformen auf. Allerdings fokussieren sie sich häufig auf den eigenen Bereich. „Es wird zwar versucht, eine gemeinsame Integrationsplattform für Services zu schaffen", sagt Ian Knop. „Doch die Plattformen der Unternehmensteile sind oftmals nicht dafür ausgelegt, auch an den Markt zu gehen." Allerdings zeigen viele disruptive Ansätze im Markt, dass es keinen Wettbewerbsvorteil mehr bietet, Daten nur zu besitzen, ohne sie für möglichst viele Anwendungsszenarien zu verwenden. Man muss nur auf Google schauen. Rein theoretisch wäre es dem US-Unternehmen möglich, durch die Positionsbestimmung von Android-Smartphones auch Verspätungsdaten von Zügen zu ermitteln - ähnlich wie Google Maps es bereits im Straßenverkehr bei Staus macht. Daten lassen sich auf verschiedenen Wegen beschaffen. Wenn man also Pech hat, findet eine andere Firma eine Lösung, an bestimmte Daten zu kommen, ohne dass man ihr diese gegeben hat. Es gilt also, schneller zu sein, damit man seine Inhalte und Produkte vermarkten kann und damit ein möglichst großer Markt erreicht wird.

Damit das gelingt, ist es Ziel des Business Hubs, künftig Silos im Konzern aufzubrechen, indem über die verschiedenen Konzerneinheiten hinweg Lösungen für Endkunden angeboten werden. Mehr noch: Durch Daten und Services werden diese intern und extern nutzbar und ermöglichen damit neue datengetriebene Geschäfts- und nutzungsbasierte Abrechnungsmodelle. Das erhoffte Ergebnis ist auch klar: das Erschaffen von Digitalisierungslösungen ohne Technologiefokus, sondern neue oder optimierte Geschäftsmodelle, die mit dem Kunden gemeinsam entwickelt werden. Das soll allgemein für eine höhere Kundenzufriedenheit sorgen, aber auch ganz konkret Umsatzsteigerungen bringen. Vor allem soll der Business Hub Kunden die Möglichkeit bieten, trotz der sich immer schneller verändernden Situation am Markt mitzuhalten.

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