Gerd Blank

Journalist, Autor, Redakteur, Hamburg

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Die lächelnde Seite der KI

Semmi

Der Roboter lächelt freundlich, als er dem Fluggast verrät, zu welchem Gate er muss. Es wirkt futuristisch, fast so, als wäre der Roboter einer Szene aus einem Science-Fiction-Film entsprungen. Doch FRAnny ist ganz real - und beweist am Frankfurter Flughafen eindrucksvoll, was technisch möglich ist. Der sozial intelligente Roboter und dessen Interaktionsplattform sind Entwicklungen von Furhat Robotics aus Stockholm. Doch die künstliche Intelligenz (KI) stammt von DB Systel und ging aus einem Pilotprojekt des SEMMI-Teams (sozio-empathische Mensch-Maschine-Interaktion) aus dem hauseigenen Skydeck Innovationsprogramm Accelerator hervor. Der Name FRAnny entstand in Bezug auf den Standort: Der Frankfurter Flughafen läuft unter dem internationalen Kürzel FRA.

Dr. Kais Samkari, Software Architekt bei der DB Systel, hat das Gehirn von FRAnny programmiert und sagt: „Normalerweise baut man Systeme, bei denen der Nutzer lernen muss, damit umzugehen. Wir wollten einen anderen Weg gehen." Für Samkari ist es sinnvoller, dass man mit dem System sprechen kann - und es versteht, was der Nutzer will. Nur: In den vergangenen Jahren ließ sich das nicht realisieren, weil weder die KI noch die dafür benötigten Rechenkapazitäten weit genug waren. „Aber seit gut drei Jahren hat sich das Thema KI rasant entwickelt. Wir wollten daher eine Maschine bauen, mit der man frei redet", sagt Samkari.

Pilotprojekt für mehr Servicequalität

Aus dieser Idee des SEMMI-Teams entstand der digitale Assistent für Reiseauskünfte. Dieses Human-Machine-Interface (HMI) besteht aus einem beweglichen Kopf und einem Rumpfansatz. Gesicht und Gesten werden mittels Projektion auf die Gesichtsmaske aus Kunststoff übertragen. Dadurch kann der Roboter unterschiedliche Charaktere annehmen und ist damit universell anpassbar. Dank einer eingebauten Kamera nimmt er Kontakt auf, sobald eine Person seinen Interaktionsradius betritt, erfasst den Dialogpartner und behält Blickkontakt. Zur Spracheingabe und -erkennung ist ein Mikrofon eingebaut, im Rumpf steckt ein Lautsprecher.

Bei einer Präsentation des Teams SEMMI waren auch Mitarbeiter der Fraport AG, der Betreibergesellschaft des Flughafen Frankfurts, zu Gast. Diese beschäftigten sich zeitgleich mit Robotik und Sprachassistenz. Schnell wurde klar, dass DB Systel und Fraport ähnliche Vorstellungen und Ideen haben, wie künstliche Intelligenz und Robotik dabei helfen können, die Servicequalität zu verbessern. Eine Zusammenarbeit für einen gemeinsamen Testlauf war die logische Konsequenz. Während sich Fraport um die fachliche und inhaltliche Ausgestaltung kümmert, sorgt DB Systel bei dem gemeinsamen Projekt für die technische Umsetzung.

Mehr als nur Sprache

Generell hilft bei einer Sprachsteuerung die Maschine dabei, dass man das System dahinter gar nicht mehr erkennt. Rechenoperationen finden häufig nicht einmal mehr auf dem entsprechenden Gerät statt, sondern werden von der Rechenpower aus dem Netz durchgeführt. Aber bei SEMMI soll noch viel mehr als nur Sprache genutzt werden, schließlich verständigen sich Menschen auch mit Blicken und Gesten. „Wir wollen eine Kombination aus Sprachsteuerung und Gesichtsausdrücken, um so eine menschenähnliche Kombination anzubieten", sagt Kais Samkari. „Und mit der Interaktionsplattform von Furhat Robotics ist das möglich." Derzeit allerdings noch als Einbahnstraße: Der Empfangsassistent kann seinen Worten zwar mit einer eigenen Geste mehr Gewicht verleihen, von seinem Gegenüber versteht er derzeit aber nur die Stimme. Technisch ist die Emotionserkennung schon möglich. Hier muss man aber genau auf die Rahmenbedingungen, Akzeptanz und den Mehrwert schauen. Wenn der Test am Flughafen erfolgreich verläuft, könnte ein nächster Schritt sein, dass FRAnny zum Beispiel auch noch Spanisch oder Japanisch versteht oder die Gesten des Gegenübers erkennt.

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