Gerd Blank

Journalist, Autor, Redakteur, Hamburg

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Wie Entkopplung von Systemen zu mehr Freiheit führt

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Freie Wahl der Technik

„Da die neue Plattform von den sicherheitsrelevanten Systemen im Zug entkoppelt ist, waren wir in der Wahl der Technik ein bisschen freier", sagt Heike Hallenberger, Entwicklerin im FlexFIT-Team bei DB Systel. „Wir haben State-of-the-Art-Technologie eingesetzt, die gerade am Markt angeboten wird. Mit dem neuen System können wir zum Beispiel flexibel und automatisiert über alle Züge hinweg Software ausrollen und installieren." Mit dem neuen System lassen sich zudem Security-Patches schnell liefern, was die Sicherheit deutlich erhöht. „Sobald wir eine Software haben, die wir auf alle Züge bringen möchten, können wir das per Knopfdruck machen und auf die ganze Flotte ausrollen", sagt Heike Hallenberger.

Da die Cloud ein wesentlicher Bestandteil bei Entwicklung und Betrieb des Gesamtsystems ist, lassen sich zudem die Prozesse in den Zügen aus der Ferne überwachen: Sobald eine Plattform einen Fehler erkennt, wird ein entsprechender Alarm für die Betriebsführung generiert, und die Störung lässt sich unmittelbar und ohne größeren Aufwand analysieren und beheben. „Das ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber den bestehenden Systemen, dort fehlte das Monitoring", sagt Stefan Herbst. „Früher waren wir auf die Rückmeldung von Zugbegleitern angewiesen, wenn wir wissen wollten, ob alles funktioniert. Jetzt sehen wir es direkt in dem Moment, wenn etwas passiert."

Blaupause für den Rollout in andere Baureihen

Der ICE 3 ist die erste Baureihe, die im Rahmen des Redesigns gemäß der neuen Fahrzeug-IT-Architektur mit ZIP und LEG ausgestattet wird. Das ist auch ein Stück weit die Blaupause für den Rollout der Infrastruktur in alle anderen Baureihen der DB Fernverkehr. Künftig sind auch neue Funktionalitäten möglich, zum Beispiel der Komfort-Check-in und die damit verbundene Anzeige einer Belegung: Kunden können sich dann selbst am Sitzplatz einloggen und werden nicht mehr kontrolliert, weil der Zugbegleiter auf seinem Tablet das gültige Ticket sieht. Ein Ziel ist es, dem Fahrgast durch die Umstellung eine deutliche Verbesserung der Verfügbarkeit von Reiseinformationen und Reservierungen zu bieten.

Doch mit dieser Plattform ist noch viel mehr möglich, wie ein interner Hackathon von DB Systel zeigt. Mehr als 70 Teilnehmer aus elf Konzernbereichen haben an einem Tag spannende Ideen entwickelt, wie die Ergebnisse aus dem Projekt FlexFIT für innovative Anwendungen auf dem Zug genutzt werden könnten. Ein Team hat sich beispielsweise die generierten Daten eines Zuges angeschaut und ein Dashboard für Zugführer und Personal entwickelt, auf dem der Status quo von Klimaanlage, Türen oder der Notbremsen angezeigt werden. Ein anderes Team beschäftigte sich auf Basis der Auslastung eines Zuges mit der musterbasierten Erkennung von defekten und verunreinigten Toiletten. Nun wird intern geprüft, aus welchen der insgesamt neun präsentierten Ideen Prototypen entwickelt werden. Aber vor allem zeigt der Hackathon, dass sich die Plattform jederzeit erweitern lässt. „Ich bin sehr begeistert davon, wie viele Ideen entstanden sind. Aber tatsächlich bildet das genau unsere Erwartungen an die Ergebnisse aus FlexFIT ab", sagt Stefan Herbst. Und ergänzt: „FlexFIT ist die Basis für viele Dinge, die wir als Fernverkehr in der Zukunft machen wollen."

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