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Alles auf Anfang in Langtang

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Gebetsfahnen statt Gipfelkreuz: Der etwa 4.400 Meter hohe Kyanjin Ri steht als Hausberg des Dorfes Kyanjin kurz vor der Grenze zu Tibet.

Das verheerende Erdbeben 2015 hatte das Langtang-Tal schwer getroffen. Mit Spendengeldern helfen DAV und DAV Summit Club, die Wegeinfrastruktur in einer der schönsten Trekking-Regionen Nepals zu erneuern.

Es war der 25. April 2015, als die Welt unterging. Eine monströse Lawine brach über das stille Dorf Langtang herein. Mit Rekordgeschwindkeit löste sich die Staublawine in 7000 Metern Höhe und krachte über fast senkrechte Wände talwärts, pulverisierte das unterhalb liegende Dorf und begrub rund 500 Einwohner und Touristen unter einer 40 Meter dicken Geröllschicht. Der Auslöser: ein Erdbeben der Stärke 7,8, das Nepal und auch das idyllische Lantang-Tal an de Grenze zu Tibet erschütterte. Die von der Megalawine erzeigte Druckwelle wiederum war so stark, dass noch rund sechs Kilometer talauswärts die Bäume des Langtang-Nationalparks wie Streichhölzer umknickten und Wände von Häuser und Lodges barsten.
Oktober 2017: Buddhistische Gebetsfahnen wehen sanft im Wind an der "Mani Wall" von Neu-Langtang, einer von Pilgern errichteten Steinmauer. Der Lawinenschuttkegel, zu mächtig um ihn abzutragen, liegt in Sichtweite. Ins Flattern der Fahnen mischt sich Hammerklopfen, aus den frisch verputzten Häusern dringen Kinderstimmen. Im Stundentakt treffen Träger mit schweren Lasten ein – Öfen, Glasscheiben, Kisten, Matratzen. Jeder hier hat Famiie, Freunde oder sein Haus verloren. Doch das Leben muss weitergehen. Das Leben geht weiter. Die Zeichen stehen auf Anfang.
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