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Der ewige Zweite - Jemens Präsident Hadi

ZUR PERSON

Als Jemens Vize wurde Abed Rabbo Mansur Hadi in der Öffentlichkeit lange kaum wahrgenommen. Das ändert sich, seit er Interimspräsident ist.


Mehr als 17 Jahre war er im Jemen Präsident Ali Abdullah Salehs zweiter Mann. Öffentlich trat Abed Rabbo Mansur Hadi aber kaum in Erscheinung. Jetzt wurde der langjährige Vize offiziell als Staatsoberhaupt vereidigt - für eine Übergangszeit von zwei Jahren.

Abed Rabbo Mansur Hadi gewinnt als Jemens Interimspräsident an Kontur.

Der 66-jährige Interimspräsident ist ein Kompromisskandidat, auf den sich die wichtigsten Oppositionsparteien und die alte Regierungspartei, der Allgemeine Volkskongress, geeinigt haben, damit das von Unruhen und Massenprotesten gebeutelte Land zur Ruhe kommen kann. 2014 ist eine richtige Wahl mit mehreren Kandidaten geplant.

Hadi wurde 1945 in der südlichen Provinz Abjan geboren. Er begann 1970 eine Karriere in der Armee des Südjemen. Um militärische Taktiken zu erlernen, reiste er nach Großbritannien, Russland und Ägypten. Nach der Vereinigung von Nord- und Südjemen 1990 ging Hadi in die Politik und wurde Verteidigungsminister. 1994 machte Saleh ihn zu seinem Stellvertreter - wohl auch, um zu signalisieren, dass Bürger aus dem Süden an der Macht teilhaben können.

Allerdings wurde Hadi von Beobachtern nie als wichtiger politischer Akteur wahrgenommen. Das änderte sich im vergangenen Juni, als Saleh bei einem Anschlag auf den Präsidentenpalast verletzt wurde und Hadi die Amtsgeschäfte zunächst vorläufig übernahm. Als Saleh sich später in einer Vereinbarung mit dem Golfkooperationsrat unter Bedingung der Straffreiheit zum Rückzug bereit erklärte, wurde auch die Abstimmung über Hadi als Nachfolger beschlossen.

Im Wahlkampf versprach er, rasch Reformen umzusetzen. Die größte Herausforderung für das neue Staatsoberhaupt wird es nun sein, die Sicherheit in dem Armenhaus Arabiens wiederherzustellen.

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