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Blaue Moschee Hamburg: Befehl von oben

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Das iranische Regime soll massiven Einfluss nehmen auf die Gemeinde der Blauen Moschee. Was ist dran an diesem Vorwurf? Begegnung mit einem, der es wissen muss



Es gibt Abende in der Blauen Moschee, da weinen hundert Männer um eine Frau. "Fatemeh!" schreien sie, "Fatemeh!". Sie stehen auf einem riesigen Rundteppich im Schummerlicht eines Kronleuchters. Alle tragen Schwarz, werfen synchron die Arme in die Luft und schlagen sich mit ihren Fäusten auf den Brustkorb. Es klingt wie ein Trommeln, bumm, bumm, bumm. Vielen laufen Tränen die Wangen herunter.

Draußen schlendern Jugendliche am Alsterufer entlang und trinken Bier. Drinnen, in der Imam-Ali-Moschee, trauern die Gläubigen um Fatemeh, die Tochter des Propheten Mohammed, gestorben vor 1386 Jahren. Die Adresse: Schöne Aussicht 36. Die Ästhetik: persische Architektur in Himmelblau. Seit über fünfzig Jahren steht die Moschee an diesem Ort, seit Jahrzehnten wird sie vom Verfassungsschutz beobachtet. Nicht wegen friedlicher Trauerrituale wie der Zeremonie für Fatemeh. Sondern weil über den Träger der Moschee, das Islamische Zentrum Hamburg, der Einfluss in Deutschland ausüben soll.



Weiter: https://www.zeit.de/2018/26/blaue-moschee-hamburg-iran-regime-einfluss

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