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Video dokumentiert Polizeigewalt

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Zwei Beamte drücken einen Aktivisten unter ein Polizeiauto.

Zwei Beamte fixieren einen Mann, der am Boden liegt. Sie bringen ihn mit Gewalt mit dem Kopf unter einen Polizeibus, der sich kurz darauf in Bewegung setzt. Fast wird der Aktivist vom Polizeiauto überrollt. Im letzten Moment reißen die zwei Polizeibeamten den Fixierten zur Seite.


Diese Szenen haben sich nicht in Lateinamerika oder Afrika zugetragen, sondern rund um die Klima-Demo mit Greta Thunberg am vergangenen Freitag in Wien. Aktivist*innen haben den Polizeieinsatz gefilmt, ein Video kursiert seit dem Wochenende in Sozialen Medien, und auch der ORF zeigte es.


Laut Polizei wurde ein Polizeibeamter wegen des Einsatzes versetzt. Weitere Konsequenzen gibt es bisher nicht. Die Klimaaktivist*innen rufen deshalb zu einer Demonstration am Donnerstag gegen Polizeigewalt auf. Das Motto lautet "Halt der Polizeigewalt - für ein gutes Leben für alle".


Wie das österreichische Onlinemagazin "Futter. Für den Weltfrieden" berichtet, handelt es sich bei dem angegriffenen Aktivisten um Anselm Schindler. Dem Magazin gegenüber sagte er, dass er am Rande der Sitzblockade gestanden habe und die Aktion filmte, als er von Polizisten weggeschickt wurde. "Ich wollte die rechtliche Grundlage für diese Maßnahme wissen, doch die Polizei hat dann einfach angefangen, uns zu schubsen, und auf einmal lag ich auf dem Boden", zitiert "Futter" den deutschen Aktivist. Nun solle er 600 Euro Verwaltungsstrafe bezahlen, da er sich den Aufforderungen der Polizei widersetzt habe.

Laut dem Twitterkanal "Ende Geländewagen" dokumentieren immer mehr Videos ein "unverhältnismäßiges Vorgehen der Polizei" bei der Aktion am Freitag. Mindestens vier Aktivisten sollen verletzt worden sein, einem soll die Hand gebrochen worden sein.

Bei der Demonstration haben rund 100 Klima-Aktivisten am Freitagnachmittag den Wiener Ring bei der Aspernbrückengasse blockiert. Mit einem Aufgebot von rund 200 Beamten versuchte die Wiener Polizei die Blockade aufzulösen. Zwei Personen seilten sich auch von der Aspernbrücke ab, zwei weitere hingen auf sogenannten Tripods, einem einfachem dreibeinigen Turm, auf der Straße. Das Bündnis "Ende Geländewagen" organisiert immer wieder Aktionen, um auf die Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam zu machen und setzt sich für die Mobilitätswende ein.


Auf dem Twitteraccount der Polizei Wien wurde die mediale Berichterstattung über den Polizeieinsatz kritisiert. Die Polizei schrieb: "Die medialen Darstellungen der Ereignisse, insb. die Vorwürfe um das gestern in den Medien veröffentlichte Video, entbehren sich teilweise dem Grundsatz einer objektiven und faktenbasierenden Berichterstattung."

Kritik an dem Polizeieinsatz kam in Deutschland vom Kriminalhauptkommissar Oliver von Dobrowolski. Er ist erster Vorsitzender der Grünen Polizist*innen und meldet sich regelmäßig auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort. Bekanntlich setzt er sich gegen Rassismus bei der Polizei ein. Jetzt schrieb er: "Habe mir das Video einige Male angesehen und einige Stunden wirken lassen. Zu erkennen sind Polizisten, die einen fixierten Mann mit dem Kopf vor dem Reifen eines Polizeibusses ablegen. Dann gibt der Fahrer Gas. Mir fällt kein Grund für ein "Versehen" ein. Und das ist furchtbar..."


Information für Transparenz: Anselm Schindler schreibt manchmal als freier Autor für das "nd."

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