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Prenzlauer Berger Clubleben: früher ideell, heute kommerziell?

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Wir haben einen Blick ins hiesige Nachtleben der 90er geworfen. Eine kleine Zeitreise, Tipps fürs heutige Nachtleben - und ein dringender Appell an die Berliner Politik.

Das Ikon, der Knaack Club, der Klub der Republik und dann letztes Jahr der Bassy Club am Pfefferberg - wenn man über die Musikszene in Prenzlauer Berg nachdenkt, schießen sofort die zahlreichen Club-Schließungen der letzten Jahre in den Kopf: Im schmerzhaften Rhythmus gab es Jahr für Jahr eine Closing- oder Abriss-Party.


„Lärm, Mietpreise und Gema": Für Autor und DJ Henryk Gericke sind das die Hauptgründe für die zahlreichen Schließungen. Wir treffen uns an einem kalten Dienstagvormittag in der 8mm Bar, wo Gericke seit 16 Jahren auflegt. Genauso lang gibt es die Bar an der Schönhauser Allee schon. Der kalte Rauch der letzten Club-Nacht hängt noch in der Luft, es gibt Orangensaftschorle, draußen donnern die Autos von Prenzlauer Berg aus Richtung Mitte. „Wir sind hier in einem der ganz wenigen Orte in Prenzlauer Berg, wo es noch ein regelmäßiges Musikprogramm mit Band gibt", sagt der 54-Jährige.


Ein kleines Tacheles am Kollwitzplatz


Gericke ist seit über 20 Jahren als DJ in der Szene unterwegs, lange hat er als Booker gearbeitet. Der Ex-Punk ist gut vernetzt und hat die Entwicklung der Musikszene im Bezirk von Anfang an mitbekommen: Zuerst in der DDR, dann in den aufregenden 90er Jahren - und heute in Zeiten von rasant steigenden Mieten und Verdrängung.


(AUSZUG) Original