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Was wird aus dem Altenholzer Herrenhaus?

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Der Bauausschuss debattierte in der jüngsten Sitzung die Zukunft des Altenholzer Wahrzeichens.

Erschienen am 01. September 2018 in der Eckernförder Zeitung.


Altenholz | Das Herrenhaus ist der zentrale Punkt des Ortskerns. Das wurde in der jüngsten Bauausschusssitzung deutlich gemacht. Doch wie stellt sich das Herrenhaus dar? Welche weiteren Nutzungen sind möglich? Der Gemeinde würde das Herrenhaus für einen Euro überlassen werden, unter der Bedingung, dass Investor Lars Wagner und das Bauunternehmen Udo Wagner im hinteren Grundstücksteil bauen kann. Und das muss sich natürlich rechnen. Der Bauausschuss bestimmte einstimmig, eine Machbarkeitsstudie über die Städtebauförderung anzufragen. Allerdings wurde nicht über den Antrag abgestimmt, der zuvor von CDU, AWG und FDP mit dem Investoren abgesprochen wurde. Stattdessen stimmten die Fraktionen einem Antrag der Grünen zu. Nun soll neben dem Wert des Herrenhauses auch der des Grundstückes ermittelt werden. CDU-Vertreter Andreas Piltz stellt klar: „Einer dreigeschossigen Bebauung, wie sie im vorliegenden Plan vorgestellt ist, kann ich nicht zustimmen.“ Diese Pläne seien lediglich Vorschläge des Eigentümers. Demnach seien Wohnhäuser im Hintergrund des Herrenhauses möglich.


Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war das Verfahren zur Aufstellung der Änderung des Bebauungsplanes der Gemeinde für das Stifter Apothekengrundstück. Auch dieser Beschluss wurde einstimmig genehmigt. „Die Inhaber haben konkrete Vorstellungen“, so Gerhard Hirschfeld, der vorschlug, eine Bebauung zu ermöglichen. Das vorliegende Grundstück gehört der Gemeinde. „Ein weiteres Haus könnte entstehen, um eventuell das Rathaus dorthin auszulagern.“ Bürgermeister Carlo Ehrich merkte an: „Es entsteht der Eindruck, dass wir zu schnell Fakten schaffen. Ein Gebäude wäre eine Möglichkeit. Wir sollten behutsam und mit intensiver Bevölkerungsbeteiligung vorangehen.“


Desweiteren stellten Thomas Struckmeier und Mareike Zamzow von der IPP Stadt- und Landschaftsplanung einen Sachstandsbericht mit Zwischenergebnissen zur Entwicklung des Gebwerbegebietes „Am Kanal“ vor. Zanmow erläutert: „Auf dem Gelände befindet sich ein ehemaliger Schießplatz sowie Kleingärten.“ Diese seien teilweise gepflegt, teilweise jedoch auch nicht mehr genutzt. Es sei dort „durchaus hochwertiger Naturraum“. Weiterhin macht sie deutlich: „Das Gelände wird 1926 als Schießplatz erwähnt. Ab 1930 fanden dort Exekutionen von Fahnenflüchtigen und Kriegsverweigerern statt.“ Aus diesem Grund steht der obere Teil heute unter Denkmalschutz. Es sei aber möglich, einen anderen Ort zu schützen: „Der jetzige Ort dient nur als Platzhalter. Eventuell könnten die Kaiserwälle als „Ort der Erinnerung“ unter Schutz gestellt werden.“ Auf dem Gebiet gab es acht Bombenblindgängerverdachtsfälle, von denen laut Zanzow zwei bereits geräumt wurden. Die weitere Gefährdungsschätzung stehe noch aus, es werden jedoch Munition und Bauschutt innerhalb der Schießbahnen erwartet. Auch die Verkehrserschließung, gerade zum Verkehrsknotenpunkt Holtenau, müssen noch geplant werden.


Außerdem stimmten die Ausschuss-Vertreter dafür, die Bushaltestellte Dataport beidseitig barrierefrei umzubauen. Dazu sollen die Busse auf der Straße halten, die Bushaltebuchten fallen weg. Zur Abstimmung standen die Haltestellen Dataport und Lindenallee. 


– Quelle: https://www.shz.de/20871337 ©2019

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