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Wieso Renzi mit seiner Verfassungsreform gescheitert ist

Matteo renzi verfassungsreferendum

Italiens Premier hat die Abstimmung an seine eigene Person geknüpft. Damit wurde das Referendum zur Protestwahl. Aber es gibt auch andere Gründe, warum die Italiener mit "Nein" gestimmt haben.

Es ist nun fast ein Jahr her, dass Matteo Renzi einen Satz sagte, den er später bereut haben dürfte. Ende Dezember 2015 hatte Italiens Regierungschef zur Pressekonferenz geladen, es war ein Rückblick auf das vergangene Jahr und ein Ausblick auf das kommende. Und da sagte Renzi, die Presse vor sich, eine nüchterne Holzwand hinter sich, zwei Wasserflaschen rechts und links: "Wenn ich das Referendum über die Verfassungsreform verliere, betrachte ich meine politische Karriere als beendet."

Er hätte das nicht sagen müssen. Später hat er sich von diesem Satz distanziert. Aber da war das Referendum über die Verfassungsreform ohne zwingenden Grund schon zu einem Referendum über Renzi geworden. Nun hat Renzi verloren. Die Wähler haben nicht nur den von ihm vorangetriebenen Reformvorschlag, sondern auch den Premier selbst abgelehnt.

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