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Gelber Klinker statt Neobarock & Ostmoderne

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(c) Wolff Architekten

Diskussionen um Wettbewerbsentwurf von Wolff Architekten in Potsdam

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Eintönig sei sie, belanglos, uninteressant, Potsdam nicht würdig. Kann eine gelbe Klinkerfassade wirklich so viel Aufsehen erregen? Ja, sie kann. In Potsdam zum Beispiel, wo gern über Architektur gestritten wird. Zur Verteidigung der Kritiker möchte man einwerfen: mit „blu" – dem klotzigen Schwimmbad – wurde schon so einiges vergeigt am Fuß des Brauhausbergs. Auch oder gerade weil der Vorgängerbau des Bades als historisch wertvolles Beispiel der Ostmoderne galt. Und umso mehr, als noch immer um das benachbarte Terrassenrestaurant „Minsk" gebangt werden muss. Morgen entscheidet die Stadtverordnetenversammlung über dessen Abriss, in einem offenen Brief hatten sich gerade noch einmal 35 Experten aus ganz Deutschland für seinen Erhalt ausgesprochen.

Aber zurück zum jüngsten Fassadenstreit, der prominent platziert in Sichtweite des „Minsk" nahe des Potsdamer Zentrums zwischen Hauptbahnhof, Schwimmbad und Havel schwelt. Ein Hotel mit 190 Zimmern und 80 sogenannte Service-Appartements soll hier entstehen und die Spielbank Potsdam einziehen – abgerundet durch einen Supermarkt ergibt sich damit ein kleines Quartier. Derzeit laufen die bauvorbereitenden Maßnahmen: Grundstück freiräumen, Bäume fällen. Letzteres sei bereits abgeschlossen, so Roland Wolff.


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