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Wieder ein bitteres Ende für Energie

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Bild: imago/Werner Scholz

Nach dem Pokal-Aus gab es für Energie Cottbus gleich das nächste Drama in letzter Sekunde. Lange hatten die Lausitzer gegen Meppen geführt - und das Glück auf ihrer Seite. Doch dann glichen die Gäste aus. Von Johannes Mohren

Es war ein Déjà-vu der bittersten Art, das Energie Cottbus gegen den SV Meppen erlebte. Es lief die zweite Minute der Nachspielzeit. Die Lausitzer führten mit 1:0. Und es herrschte nach einer Ecke großes Durcheinander im Energie-Strafraum. Ein zu kurz geklärter Ball segelte zurück in den Sechzehner - und es kam zum großen Scheibenschießen. Versuch eins: Geklärt per Kopf kurz vor der Linie. Versuch zwei: Spektakulär gerettet von Energie-Keeper Avdo Spahic. Versuch drei: Per Kopf verwandelt von Nico Granatowski.

So waren es wieder Cottbuser mit hängenden Köpfen, die nach dem Schlusspfiff des 5. Spieltages einen Kreis bildeten. "Der Zeitpunkt macht es natürlich immer ein bisschen frustrierend", sagte Tim Kruse nach dem Spiel bei Telekom Sport. Er war am Montag der Elfmeter-Pechvogel beim bitteren Pokal-Aus gegen Freiburg gewesen, als es auch erst nach Verlängerung ins Elfmeterschießen ging, weil der Erstligist in der 91. Minute ausglich. Was dann folgte, waren ehrliche - wie wahre - Worte: "Wenn man die 90 Minuten nimmt, hat Meppen hier auf jeden Fall den Punkt verdient. Da muss man sagen: Der Punkt heute ist okay."

Dominanz endet nach dem Führungstor

Dabei hatten die Cottbuser stark begonnen. Das 1:0 fiel dementsprechend früh - und zwar verdient. Fabio Viteritti traf vor heimischer Kulisse per Foulelfmeter (15.). Streli Mamba war zuvor gefoult worden, nachdem er der Abwehr der Gäste entwischt war. Das gelang dem Energie-Torjäger in dieser frühen Phase des Spiels immer wieder. Als Maximilian Zimmer ihn freispielte, wurde er - knapp, aber fälschlicherweise - wegen Abseits zurückgepfiffen (8.). Fünf Minuten später zielte der 24-Jährige ein gutes Stück zu hoch.

Mit dem Führungstor war es jedoch vorbei mit der Cottbuser Dominanz. Statt mit Selbstbewusstsein weiter nach vorne zu spielen, wurde nun Meppen zusehends besser. Richtig eng wurde es in der 41. Minute: Meppens Stürmer Deniz Undav kam per Kopf an den Ball. Die Position: perfekt. Doch der Abschluss landete bei Spahic. Auf der anderen Seite hätte Tim Kruse fast das 2:0 erzielt - aus der Distanz traf er den Außenpfosten. 

Ball im Tor - doch Treffer zählt nicht

Nach der Pause tat Meppen alles, um sich den Ausgleich zu verdienen. Und hatte Pech - auch mit dem Schiedsrichter. Nico Granatowski schloss aus der Distanz ab, der Ball traf die Unterkante der Latte und prallte von dort hinter die Torlinie (55.). Der Treffer zählte jedoch nicht. Weitere Großchancen folgten. Etwa in der 67. Minute, als Max Wegner per Kopf Spahic forderte. Zwar hätte Cottbus auch erhöhen können: Streli Mamba traf ins Tor, der Schiedsrichter entschied - erneut - auf Abseits. Und erneut war es zumindest knapp (60.). Verdient wäre das nicht gewesen.

Meppen drängte - und in der Nachspielzeit war das Glück der Cottbuser aufgebraucht. Im Pokalspiel war es Mike Frantz gewesen, der in der 91. Minute den Lausitzern den fast sicheren Sieg nahm. Jetzt war es die besagte 92. Minute, als Nico Granatowski im dritten Anlauf den Ausgleich für Meppen erzielte. Durchaus verdient. Und doch extrem bitter. 

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