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Karaoke-Partys sind die besten Partys!

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Wildfremde Menschen liegen sich in den Armen, singen mit geschlossenen Augen aus tiefster Kehle und mit einer Stimme „I did it myyy waaay ..."

Hier und da fließt ein Tränchen, Magie liegt in der Luft, alle Sorgen sind vergessen. Im nächsten Moment imitieren alle eine Backstreet-Boys-Choreo. Es besteht nicht der geringste Zweifel: Karaoke-Partys sind die besten Partys!

Skeptisch? Hier sind gute Gründe dafür, nächstes Mal auf jeden Fall mitzugehen:

Singen verbindet

Anders als beispielsweise in Clubs geht es beim Karaoke explizit nicht um Coolness oder megasexy Moves, sondern um eine authentische Gruppenerfahrung. Selbst stimmstarke Hobby-Beyoncés und Teilzeit-Sinatras singen nicht allein - jeder hat einen Background-Chor aus inbrünstig grölenden Menschen hinter sich. Das empowert und macht Laune.

Menschen brillieren oder machen sich zum Honk, aber jeder hat das gleiche Recht auf seine drei Minuten Ruhm und jeder bekommt Applaus.

Es gibt keine Klassenunterschiede. Hemmungen und Barrieren fallen, Hierarchien lösen sich auf, zwischen Balladen und Gassenhauern kommt man sich näher. Fremde umarmen sich, schmettern schunkelnd „Wonderwall".

Und jeder, der Boss und Stellvertretung jemals schief „Er gehört zu mir" singen hörte, wird das nie vergessen. Karaoke schweißt zusammen. Deswegen wird es inzwischen auch schon als professionelle Teambuilding-Maßnahme angeboten.

Singen macht glücklich

Am Ende eines Karaoke-Abends schwebt man heiser, erschöpft und beseelt gefühlt zwei Zentimeter über dem Boden. Das ist keinesfalls Einbildung und liegt auch nicht ausschließlich am Alkohol.

Unser Gehirn produziert schon nach einer halben Sing-Stunde Glücksbotenstoffe wie Serotonin und Endorphine und baut gleichzeitig Stresshormone ab. Das steigert das Wohlbefinden noch mehr als die dritte Runde Pfeffi.

Singen macht gesund

Außerdem wird durchs Singen die Atmung vertieft, der Kreislauf angeregt, die Durchblutung verbessert, das Immunsystem gestärkt, die Körperspannung erhöht ... „Wer singt, lebt gesünder", sagt laut „Welt" auch der HNO-Facharzt Professor Wolfram Seidner. Mehr geht doch nun wirklich nicht!

Singen befreit

Frisch verliebt oder getrennt? Neuen Job gefunden oder den alten verloren? Egal, ob pure Lebensfreude oder nackte Existenzangst: Beim Karaoke lässt sich jedes starke Gefühl kanalisieren und ausbalancieren. Wer hingebungsvoll schmettert, lässt Druck ab.

Singen kann mitunter sogar wie ein Anti-Depressivum wirken, erklärt der Diplom-Musiktherapeut Wolfgang Bossinger der „Welt" zufolge. „Ich habe immer wieder erlebt, dass es Menschen mit seelischen Problemen sehr helfen kann, wenn sie in der Gruppe singen." Meine Rede!

Worauf kommt es beim Karaoke an?

Für den Anfang hilft ein kleiner Glimmer dabei, die erste Hemmschwelle zu überwinden. Erfahrene und Enthusiasten singen aber selbstverständlich auch stocknüchtern direkt drauf los.

Es ist zudem sinnvoll, mit einem netten Grüppchen unterwegs zu sein, in dem man sich halbwegs wohl fühlt. Dann kann man zum Beispiel einfach im Rudel auf die Bühne gehen und geniert sich weniger.

Auch die richtige Karaoke-Bar ist wichtig. In manchen gibt es einzelne Kabinen, in denen man unter sich ist - das eignet sich gut für Einsteiger, die noch nicht so singsicher sind. In anderen Bars gibt's Bühnen, teilweise sogar mit Live-Bands - das rockt, aber ist auf jeden Fall eher was für performancestarke Rampensäue. In den besten Karaoke-Läden gibt's übrigens beides.

Absolut entscheidend und dabei arg unterschätzt ist allerdings die Auswahl des passenden Liedguts. Nicht alle Menschen können, wollen oder sollten Mariah Carey trällern oder sind in der Lage, Eminem-Verse fehlerfrei zu rappen. Pro-Tipp: Songs in der eigenen Stimmlage auswählen. Idealerweise welche, bei denen man auch mit erhöhter Promillezahl noch textsicher ist.

Es ist im Grunde wirklich, wirklich egal, ob man in Adeles Background-Chor mitwirken könnte oder ob die Nachbarn jedesmal die Polizei rufen, wenn man unter der Dusche singt: Das Wichtigste beim Karaoke ist der Spaß!

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