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Obama verkürzt die Haftstrafe von Whistleblowerin Chelsea Manning

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Obama war von der Öffentlichkeit immer wieder dazu gedrängt worden, die Whistleblowerin zu begnadigen, bevor er sein Amt am kommenden Freitag dem Republikaner Donald Trump übergibt. Nun ist es so weit: Manning wurde am 17.01.2017 von US-Präsident begnadigt und ihre Strafe wurde auf ein Minimum von sieben Jahren verkürzt. Manning ist der bekannteste Name auf der Liste von 64 Begnadigungen, die Obama zum Ende seiner Amtszeit gewährte. In seiner gesamten Amtszeit begnadigte Barack Obama 1385 Menschen, mehr als seine zwölf Vorgänger alle zusammen.


Verhaftung und Verurteilung 

Chelsea Manning, die bis im April 2014 als Bradley Manning lebte, wurde im Mai 2010 verhaftet. Sie diente bis dahin als Soldat im Irak und spielte der Enthüllungsplattform WikiLeaks während ihrer Dienstzeit hunderttausende geheime Militärdokumente zu: Unter den weitergegebenen Dokumenten befanden sich beispielsweise Videoaufnahmen des Beschusses und Todes irakischer Zivilisten und Journalisten durch einen amerikanischen Kampfhubschrauber. Gegen Manning wurde im Mai 2010 in insgesamt 21 Punkten Anklage erhoben. Nach einem Teilgeständnis der Whistleblowerin wurde Ende Juli 2013 das Urteil verkündet: Bradley wurde in 19 Punkten für schuldig befunden und sein verhängtes Strafmass beträgt 35 Jahre Freiheitsstrafe. Die Haftstrafe wegen Spionage und Verrats trat Manning bereits im Mai 2010 an.

Bradley wird offiziell Chelsea Nach ihrer Verurteilung wollte Manning kein Doppelleben mehr führen, sondern unter dem Namen "Chelsea" offiziell als Frau leben. Im April 2014 wurde der Wunsch zur Namensänderung von einem US-Gericht genehmigt. Im Februar 2016 wurde ihr dann auch eine Hormonbehandlung für eine Geschlechtsangleichung von der US-Armee erlaubt. Die 29-jährige Chelsea Manning sitzt ihre Strafe im US-Militärgefängnis in Fort Leavenworth ab. Es ist ein Gefängnis, in dem ansonsten nur Männer inhaftiert sind.


Gescheiterte Gnadengesuche und Suizidversuche Mannings 

Bereits im September 2013 hatte Manning - damals noch Bradley - ein Gnadengesuch an Obama eingereicht. Dieses und auch weitere Gnadengesuche wurden jedoch alle abgelehnt. Chelsea hat während ihrer Haftzeit bereits zweimal versucht, sich das Leben zu nehmen. Einen Hungerstreik gab Manning - nach Angaben ihrer Verteidigung - im September letzten Jahres jedoch auf, da der Whistleblowerin für die nähere Zukunft eine geschlechtsangleichende Operation zugesagt worden war.


WikiLeaks-Gründer Julian Assange bedankt sich bei der Öffentlichkeit 

Der WikiLeaks-Gründer Julian Assange bedankte sich nach Bekanntgabe der Begnadigung via Twitter bei allen Menschen, die sich für Chelsea Mannings Haftentlassung eingesetzt hatten. Sein früheres Angebot, sich im Gegenzug für die Freilassung Mannings in die USA ausliefern zu lassen, erwähnte er jedoch nicht mehr.


IDAHOT 

Chelsea Manning wird zufälligerweise gerade an einem 17. Mai aus ihrer Haft entlassen. Der 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie (Englisch: International Day Against Homophobia, Transphobia and Biphobia oder kurz: IDAHO/ IDAHOT). Seit dem Jahr 2005 wird dieser Tag von Homosexuellen - und später auch von Transmenschen und Bisexuellen - genutzt, um mithilfe von Aktionen, medialer Aufmerksamkeit und Lobbying auf die Diskriminierung von Menschen, deren sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität von der Heteronormativität abweichen, hinzuweisen. Das Datum erinnert übrigens an den 17. Mai 1990, an jenen Tag, an dem die Weltgesundheitsorganisation WHO endgültig beschlossen hatte, die Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten zu entfernen.

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