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Comicszene: Flucht ins Fiktive

Dinge, vor denen man als Superheldin keine Angst ­haben muss: sexuelle Belästigung, gesellschaftliche Zwänge, Gefängnis, Wirtschaftskrisen und Verkehrschaos. Die ägyptische Comicfigur Qahera (arabisch für "Kairo") stellt Männer zur Rede, die Frauen belästigen, wirft Polizeiautos um und schreit ohne Angst vor Konsequenzen ihre Meinung heraus. Gezeichnet wird die feministische Superheldin in Kopftuch und langem Mantel seit 2013 von Deena Mohamed, der inzwischen bekanntesten Künstlerin der ägyptischen Comicszene.

Als in Ägypten 2011 die Demonstrationen gegen den damaligen Präsidenten Husni Mubarak und für Brot, Freiheit und Würde begannen, war Deena Mohamed erst 16 Jahre alt. Ob sie auch ohne Revolution Comiczeichnerin geworden wäre, kann sie also nicht sagen. Die heute 24-Jährige ist sich jedoch sicher, dass die Revolution und die zeichnerische Szene sich gegenseitig beeinflusst haben. Auch in ihren Geschichten spielt die gesellschaftspolitische Lage des Landes mal subtil, mal offensichtlich eine wichtige Rolle.

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