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Metsä Board gibt Zanders auf

Zanders gohrsmuehle 600

Die traditionsreiche Gohrsmühle in Bergisch Gladbach

Feines Papier wird in der Gohrsmühle längst nicht mehr produziert, jetzt will der Eigner die Firma platt machen.
Der Eigentümer der Papierfabrik Zanders, der finnische Konzern Metsä Board, steigt völlig aus der Papierproduktion aus und will in der ersten Hälfte des kommenden Jahres das Unternehmen in Bergisch Gladbach verkaufen. Sollte das nicht gelingen, würden „andere Maßnahmen" ergriffen, um die Verluste des Werkes Gohrsmühle zu eliminieren, heißt es in einer Pressemitteilung.

Metsä Board Zanders mache derzeit bei einem Jahresumsatz von 85 Millionen Euro einen jährlichen Verlust von 20 Millionen Euro. 480 Mitarbeiter stellen in Bergisch Gladbach vor allem beschichtete Papiere her. Der Verkauf von Zanders ist Teil der Neuorientierung von Metsä Board, sich ganz aus der Papierproduktion zu verabschieben und auf Kartonagen zu konzentrieren.

Urbach verweist auf Standortsicherungsvereinbarung

Bürgermeister Lutz Urbach teilte mit, schon länger von der Verkaufsabsicht der finnischen Eigentümer zu wissen. Aber es gebe eine Standortsicherungsvereinbarung, die zunächst bis Ende 2016 laufe, zudem sei er mit der Geschäftsführung und dem Betriebsrat in einem guten Austausch. „Sollten wir von Seiten der Stadt unterstützen können, so werden wir dies - wie bereits in der Vergangenheit - gerne tun," erklärte Urbach.

Zanders-Chef Andreas Euler hatte bislang argumentiert, das Unternehmen mache gute Fortschritte bei der Restrukturierung. Er räumte jedoch ein, dass die Vermarktung der großen Brachflächen und leerstehenden Hallen auf dem Zandersgelände mitten in Bergisch Gladbach nicht voran komme und die Etablierung eines „Papierparks" Zeit brauche.

Dennoch sei er zuversichtlich, jetzt relativ rasch einen Käufer für Zanders finden zu können, sagte Euler am Donnerstag im Gespräch mit dem Bürgerportal. Eine Schließung der Gohrsmühle mache „auch aus Sicht des Konzerns" keinen Sinn.

Lesen Sie hier das ganze Interview mit Andreas Euler

Euler hatte auch zuvor kein Geheimnis daraus gemacht, dass Zanders Verluste schreibt. Er war aber zusichtlich, dass die finnische Mutter während der Umstrukturierung die Verluste trägt. Relativ kurzfristig, so Euler im Interview im Mai, werde Zanders wieder schwarze Zahlen schreiben. ( „Zur Not schaffen wir das aus eigener Kraft", Interview Euler, 16.5.2014)

Eine Zuversicht, die in der Chefetage von Metsä offenbar nicht mehr geteilt wurde.

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