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Vor Medienenquete in Österreich: Die Forderungen des ÖJC

Utl.: Unabhängigkeit des ORF muss gewährleistet bleiben –
Universitäre Ausbildung von Journalisten und Medienerziehern
gefordert – Presseförderung muss Innovationsförderung werden =


Wien, 1. Juni 2018 - In der kommenden Woche findet in Österreich die Medienenquente der Bundesregierung statt. In einer Stellungnahme an die Bundesregierung präzisiert ÖJC-Präsident Fred Turnheim die Forderungen des ÖJC an eine moderne Medienpolitik in Österreich.


Turnheim spricht sich für die Erhaltung des ORF in seiner jetzigen inhaltlichen und programmlichen Breite aus. Der ORF darf nicht filetiert werden und die Unabhängigkeit des Senders und der Programmmacher muss garantiert werden. Das bedeutet aber auch, dass die Politiker und die politischen Parteien sich aus allen Gremien des ORF zurückziehen. Der Programmauftrag des ORF ist zu erweitern, so dass der ORF auch neue Technologien und neue Medienformen jederzeit einsetzen darf und muss. In die Aufsichtsratsgremien des ORF müssen künftig Fachleute, wie Künstler, Journalisten und Kommunikationswissenschafter, etc. vertreten sein.


Die Finanzierung des dualen Rundfunksystems in Österreich hat über eine Haushaltsabgabe zu erfolgen, wobei darüber auch private Anbieter zu finanzieren sind. Die Kulturförderungen der Bundesländer dürfen künftig nicht mehr mit der Rundfunkabgabe einhoben werden. Für den Bürger muss klar sein, welche Kosten Radio und Fernsehen verursachen.


Der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) spricht sich für eine universitäre Journalistenausbildung in Österreich aus. An den Universitäten Salzburg und Wien sind Lehrstühle für Journalistik zu installieren. Im Rahmen der neuen Lehrerausbildung ist das Fach „Medienpädagogik“ verpflichtend einzuführen. Das gilt auch für Ausbildungen im Bereich der Elementarpädagogik.


ÖJC-Präsident Turnheim spricht sich seit vielen Jahren für eine Änderung der Bundespresseförderung vom derzeitigen „Gießkannenprinzip“ zu einer Innovationsförderung aus. Dadurch soll das Erscheinen neuer, junger Medien gesichert werden. Als Vorbild soll die Filmförderung genommen werden, die sehr gute Erfolge hat.

Der ÖJC fordert die Auflösung der RTR in ihrer jetzigen Struktur. Besonders die Förderungsgremien haben sich bisher als politisch einseitig erwiesen.