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Macherinnen statt Opfer

Julia Zandersone. Bildrechte: Eva Steinlein

Lettinnen arbeiten häufig in Führungspositionen, zugleich haben viele misogyne Gewalt erlebt. Wie passt das zusammen?


Von Eva Steinlein, Riga

Macht es einen Unterschied, als Frau in einer männlich dominierten Branche zu arbeiten? „Ich muss ehrlich sagen, dass ich nie so genau darüber nachgedacht habe", sagt die lettische Geschäftsfrau und Managerin Baiba Rubesa. Kaum zu glauben, denn die 65-Jährige hat ihre gesamte Berufslaufbahn auf Top-Posten in der Wirtschaft verbracht: Bei Volkswagen, in der baltischen Dependence des norwegischen Energiekonzerns Statoil und im Bankrat der lettischen „Citadele Banka". Zuletzt leitete die Magnatin als Geschäftsführerin von „RB Rail" den Ausbau des Eisenbahnnetzes von Belgien bis Estland und saß im Aufsichtsrat des staatlichen Elektrizitätsversorgers.


Rubesa tritt mit der Selbstsicherheit einer Entscheiderin auf, die es gewohnt ist, zu delegieren. Sie spricht akzentfrei Deutsch und wechselt kurz ins Lettische, als sie das Personal in dem Café am Rigaer Domplatz auffordert, die Musik abzustellen. Sie meint: „Die Karriere, die ich in Lettland gehabt habe, hätte ich in der Art wahrscheinlich im Westen nicht gehabt." Ihre Einstellung ist typisch für eine Lettin: Die meisten Frauen in dem baltischen Staat verstehen sich als emanzipiert und gleichberechtigt, auch wenn sie sich nie direkt mit feministischen Fragen beschäftigt haben.


Die ganze Geschichte auf: https://www.deine-korrespondentin.de/macherinnen-statt-opfer/
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