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Tesla: Kleiner Gewinn, ungewisse Zukunft

Teslas Mitarbeiter haben im vierten Quartal 2018 noch ein beeindruckendes Ergebnis erreicht: Mit 63.359 Model 3 wurden 13 Prozent mehr Fahrzeuge ausgeliefert als im Vorquartal. Zum zweiten Mal in Folge schreibt der US-Autohersteller einen Gewinn. Doch fiel der mit 139 Millionen Dollar deutlich geringer aus (312 Millionen Dollar). "Ich glaube weiter an unser exponentielles Wachstum. Selbst wenn die Wirtschaft in eine globale Rezession rutschen sollte, sind 50 Prozent Wachstum bei uns drin", gibt sich Elon Musk in einer telefonischen Analystenrunde nach Bekanntgabe der Quartalszahlen gewohnt optimistisch.

Im vergangenen Jahr hat Tesla rund 245.500 Elektroautos ausgeliefert. Das teilt sich auf in 99.500 Model S und X sowie 146.000 Model 3. In den USA entwickelte sich das Model 3 zum meistverkauften Auto im Premium-Segment. Tesla betont, dass es Jahrzehnte her ist, dass diese Position von einem US-Hersteller eingenommen wurde. Den Stolz kann man aus dem Quartalsbericht herauslesen. Doch erst einige Seiten weiter hinten im Zahlenteil wird deutlich: Tesla hat das Jahr 2018 mit einem Verlust von 976 Millionen Dollar abgeschlossen.

Die benötigten Arbeitsstunden für ein Model 3 seien im Vergleich zum dritten Quartal um 20 Prozent gesunken. Doch seinen Gewinn erwirtschaftet Tesla nur teilweise in der Autoproduktion. Im dritten Quartal stammten 189,5 Millionen Dollar aus Umweltkrediten. Das entspricht 61 Prozent am Gewinn in Höhe von 312 Millionen Dollar. Die US-Bundesstaaten schreiben jedem Autohersteller eine Mindestquote an emissionslosen Autos vor (ZEV - Zero-Emission Vehicles). Da Tesla diese Vorschriften als reiner Elektroautohersteller übererfüllt, kann das Unternehmen sogenannte ZEV- und Non-ZEV-Kredite an andere Hersteller vergeben. Im vierten Quartal lagen die ZEV-Kredite nur noch bei 768.000 Dollar. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Erst wenn demnächst der 10-K-Bericht bei der Börsenaufsicht SEC eingereicht wird, sieht man das volle Ausmaß der Einnahmen durch Umweltkredite im vierten Quartal.

Höhere Erträge erzielen

Zuerst wurden die teureren Model 3 mit Langstreckenbatterie und die Performance-Variante ausgeliefert (in Deutschland ab 55.400 Euro). Doch die Masse ruft nach der günstigeren Einsteigerversion. Hier ist die Gewinnmarge natürlich geringer. Mit dem Erfolg des Model 3 leidet der Absatz der teureren Model S und X. Tesla hat hier die Arbeitsstunden in der Fabrik bereits reduziert.

über Dr. Richter Heidelberger GmbH & Co. KG, Großraum Stuttgart Robert Half, Hamburg

Um den Gewinn hoch und die Komplexität niedrig zu halten, bietet Tesla seine Limousine und den SUV nur noch mit der großen 100 kWh-Batterie an. Beide Fahrzeuge starten jenseits der 100.000 Euro-Marke. Um preisbewusste Kunden nicht zu verprellen, hat Tesla - zunächst nur auf der US-Webseite - den Einstiegspreis für ein Model S auf 75.750 US-Dollar gesenkt und im Gegenzug die Batteriekapazität um acht Prozent gekappt. Die volle Kapazität kann man für 8.000 US-Dollar freischalten.

Bei der teureren Performance-Variante wurde der Ludicrous-Mode als Option für 20.000 US-Dollar ausgegliedert. Wie beim Model 3 benennt Tesla seine Autos nicht mehr nach der Batteriekapazität. Model S und X erhalten nur noch den Zusatz Performance.

Gleichzeitig sitzt Tesla auf enormen Schulden von grob 11 Milliarden US-Dollar. Anfang März wird die Rückzahlung einer Anleihe mit einem Volumen von 920 Millionen US-Dollar fällig. Das Bargeld dafür sei vorhanden, schreibt Tesla in seinem Quartalsbericht. Einer der größten Investoren scheint den Glauben an Teslas Wachstumschancen allerdings verloren zu haben. Der saudi-arabische Staatsfonds (PIF) hat seinen 4,9-prozentigen Anteil mit teuren Finanzinstrumenten "hedgen" lassen. Sinkt Teslas-Aktienkurs, sind die Verluste für den Staatsfonds begrenzt. Das gilt aber auch für einen Kursanstieg.

PIF ist genau der Fonds, den Elon Musk im August 2018 im Kopf hatte, als er bei Twitter einen Rückzug von der Börse ankündigte und behauptete, die Finanzierung sei gesichert. Den unüberlegten Tweet musste Musk mit einer Strafzahlung in Höhe von 20 Millionen US-Dollar an die SEC und einem dreijährigen Verzicht auf den Verwaltungsratsposten (Chairman) bezahlen.

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