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Wer finanziert den Wohnungsbau?

Die Sparkassen und Volksbanken konnten 2017 mehr als die Hälfte aller Wohnbaufinanzierungen unter sich aufteilen. Diese Bankgruppen sind auch im Eigengeschäft mit Immobilien stark unterwegs.


(db finanzwelt) Der Verband der Privaten Bausparkassen e.V. meldet für 2017 für die Finanzierung von privatem Wohnungsbau 208,5 Milliarden Euro. Das sind 3,6 Prozent mehr als noch im Vorjahr (201,2 Milliarden Euro in 2016).


Sparkassen und Volksbanken dominieren


Ein Drittel aller Auszahlungen entfiel auf die deutschen Sparkassen mit 67,5 Milliarden Euro; das entspricht einem Marktanteil von 32,4 Prozent. Die Genossenschaftsbanken kamen auf 48 Milliarden Euro und einen Marktanteil von 23 Prozent.


Kreditbanken und Bausparkassen helfen


Die Kreditbanken erreichten 45,9 Milliarden Euro und so einen Marktanteil von 22 Prozent. Die deutschen Bausparkassen zahlten 32,4 Milliarden Euro an ihre Kunden aus und erreichten damit einen Marktanteil von 15,5 Prozent.


Lebensversicherer und Landesbank abgeschlagen


Mit 8,4 Milliarden Euro und einem Marktanteil von vier Prozent folgen die Lebensversicherer. Auf die Landesbanken entfielen insgesamt 3,7 Milliarden Euro und ein Marktanteil von 1,8 Prozent. Die Realkreditinstitute (private Hypothekenbanken und öffentlich-rechtliche Grundkreditanstalten) zahlten 2,6 Milliarden Euro aus und erzielten damit einen Marktanteil von 1,2 Prozent.


Zinsverbilligte Kredite für das Eigenheim


In den Zahlen sind auch die zinsverbilligten Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über die Institutsgruppen eingeschlossen, diese wurden aber nicht gesondert aufgeschlüsselt. Die sehr günstigen Darlehen der KfW werden bei den Sparkassen und Volksbanken zumeist nur auf den ausdrücklichen Kundenwunsch eingesetzt, da ein Interesse am Einsatz eigener Kredite besteht.


Erwartungen für 2018


Neu in Deutschland ist mit Horst Seehofer (CSU) ein Bundesminister für Wohnungsbau und Heimat. Inwieweit sich diese Neuerung auf die Finanzierung von Wohnungsbau auswirkt gilt es abzuwarten. Die Förderung von Bausparen ist ein Einstieg. Sorge bereitet da eher die Entwicklung der Preise für Grundstücke und deren bezahlbare Verfügbarkeit vor allem in städtischen Zentren.


Der Einkaufspreis für Grundstücke wirkt sich auf die Wohnbaufinanzierung mehr aus als die aktuell noch sehr niedrigen Zinsen im Markt. Das hat den einfachen Grund, dass die Zinsen nur der Preis für das Darlehen sind. Die Tilgung des Kredits bemisst sich an der Höhe der Darlehenssumme und diese steigen mit dem Einkaufspreis für Wohnraum und Grundstücke in einem nahezu leergefegten und stark nachgefragten Markt für private Immobilien und Wohneigentum.


Dietmar Braun (db)

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