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Düsseldorf: Die kinderfreundliche Seite der Stadt

Düsseldorf: Die kinderfreundliche Seite der Stadt

Nicht überall fühlen sich Eltern mit Nachwuchs willkommen. Doch es gibt auch richtige Wohlfühlinseln für die jüngsten Düsseldorfer.

Ob beim Einkaufen im Supermarkt, unterwegs in der Bahn oder beim Essen im Restaurant - der Alltag mit Kindern ist in Düsseldorf nicht immer einfach. In manchen Geschäften und Lokalitäten werden Kinder gar als "Störfaktoren" angesehen (die RP berichtete). Nadine Meinel, Mutter des zweijährigen Jonathan, weiß das aus eigener Erfahrung: "Irgendwie ist man immer in einer Habacht-Stellung, weil die Angst da ist, dass der Nachwuchs zu laut oder unruhig sein könnte. Dabei sind Kinder nun mal so."

Doch nicht überall in der Stadt sind die jüngsten Mitbürger unerwünscht. Für Meinel und viele andere Mütter ist beispielsweise das "Friedrich Café", das sich speziell an die Kleinsten richtet, ein gelungenes Beispiel. "Hier kann man sich in Ruhe mit anderen Müttern unterhalten, ohne sich stets Gedanken machen zu müssen", sagt sie. Mit ihrem Sohn zählt sie in dem kleinen Café an der Ecke Kirchfeld-/Jahnstraße schon zu den Stammgästen. Denn in diesem Café können Kinder frei herumlaufen, spielen und gerne mal laut sein. "Das ist auch schöner, als wenn es totenstill ist", sagt Inhaberin Katja Heiser. "Dann ist es gleich viel lebendiger."

Welche Erfahrungen haben Sie mit Kindern gemacht? Was hat Sie erfreut? Was verärgert? Fühlen Sie sich als Familie wohl, oder haben Sie darüber nachgedacht aufs Land zu ziehen? Schreiben Sie an: stadtpost@rheinische-post.de

Lebhaft geht es auch im Buchhaus Stern-Verlag an der Friedrichstraße zu. Mit ihrer Leseecke und den Kuscheltieren lädt die Kinderabteilung im Untergeschoss zum Spielen und Lesen in älteren Büchern ein. "So spielen die Jungen und Mädchen nicht mit den neuen Büchern. Es wäre aber natürlich blöd, wenn man in einer Abteilung für Kinder ist und trotzdem nirgendwo spielen kann", sagt Maike Michelis, Leiterin der Abteilung Kinder- und Jugendbuch. Zwar dürfen die Jüngsten in der Kinderabteilung nicht laut toben, mit Lesestunden am Samstag und Bastelaktionen zu Ostern oder zu Weihnachten ist ein Programm für ganz junge Leser aber im Stern-Verlag eine Selbstverständlichkeit. "Es ist wichtig, dass Kinder hier auch Kinder sein dürfen", meint Michelis. "Es ist ein blöder Spruch, aber: Kinder sind die Zukunft."

Genauso sieht es Ermin Hadzovic, Inhaber des Restaurants Buschhausen am Aaper Wald. Selbst zweifacher Vater kennt er die Alltagsprobleme vieler Eltern. "Bei der Gründung vor vier Jahren hatten wir daher von Anfang an den Plan, dass es hier kinderfreundlich werden soll", so Hadzovic. Wenn Familien sein Restaurant betreten, gilt daher für das gesamte Personal: Erst um die Kinder kümmern, die Eltern sind zunächst einmal zweitrangig. Für die kleinen Gäste gibt es eine eigene Speisekarte zum Ausmalen, Bauklötze und Spielsachen und ab und zu sogar einen Ausflug in die Küche und hinter die Theke des Restaurants. "Das können wir natürlich nicht immer machen", sagt Hadzovic. "Aber wenn die Kinder zufrieden sind, dann sind auch die Eltern glücklich."

Im Eigelstein an der Hammer Straße, ist die Kinderbetreuung zum Familienbrunch am Sonntag seit fast zehn Jahren Tradition. "Die Idee kam uns, als ich für meinen damals einjährigen Sohn eine Betreuung gesucht habe", sagt Inhaber Malte Wienbreyer. Seitdem kümmert sich Mouna Ballon sonntags in einer eigenen Ecke um die jüngsten Gäste. Dort können die Kinder spielen und malen. Für viele Familien gehört Ballon dabei schon fest zum Brunch dazu, weiß Wienbreyer. "Zu Weihnachten bekommt sie von vielen Gästen sogar Geschenke."

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