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Düsseldorf: Kinder führen durch das Museum

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Gemeinsam mit den Viertklässlern der Paul-Klee-Grundschule erstellt die Bildungsabteilung der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen einen neuen Multimediaguide speziell für Kinder.

Franz Marc, Pablo Picasso, Wassily Kandinsky und Andy Warhol zählen zu den Künstlern, über die der zehnjährige Eneko und der neunjährige Arian in den letzten zwei Jahren viel gelernt haben. Mit einem i-Pad in der Hand stehen sie vor den Werken der Kunstsammlung K 20 und erklären, was darauf zu sehen ist und wie sie überhaupt entstanden sind. "Das haben wir alles im Projekt gelernt", sagt Arian. "Deshalb sind wir auch ein bisschen traurig, dass es jetzt schon vorbei ist."

Gemeinsam mit ihren 23 Klassenkameraden halfen die beiden Viertklässler der Paul-Klee-Grundschule in Flingern mit, einen Multimediaguide für Kinder zu entwickeln. Um mit der Sammlung im K 20 auch jüngere Museumsbesucher anzusprechen, hatte die Bildungsabteilung der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen das Konzept für ein gemeinsames Projekt entwickelt. Hierzu sollten die Schüler auswählen, was Gleichaltrige interessieren könnte. "Mit dem Projekt wollten wir zeigen, dass die Wissensvermittlung im Museum nicht immer nur einseitig ist", erklärt Julia Hagenberg, Leiterin der Bildungsabteilung. "Der neue Multimediaguide ermöglicht es, das Museum von Kindern für Kinder vorzustellen."

Hintergrund"Klee Kinder" kennen das Museum bereits

Die Zusammenarbeit zwischen den Viertklässlern der Paul-Klee-Grundschule aus Flingern und der Kunstsammlung Nordrhein Westfalen existiert nicht erst seit der Entwicklung des neuen Multimediaguides.

Bereits 2012 hatten die Schüler, damals noch in der zweiten Klasse, eine Kindereröffnung der Klee-Ausstellung vorbereitet und wirkten durch Reden oder Führungen an dem Eröffnungs-Programm mit.

In wöchentlichen Workshops verschafften sich die Schüler zwei Jahre lang das nötige Wissen über 19 Kunstwerke der Landessammlung und wählten interessante Fakten aus. Zu jedem der Kunstwerke wurde anschließend ein Beitrag aus O-Tönen, Texten und Musikpassagen erstellt. Die O-Töne erstellen die Schüler dabei gemeinsam mit Radioredakteur Justus Herrmann. "Die Beiträge wurden schließlich unabhängig voneinander in einer digitalen Galerie angeordnet", erklärt Julia Hagenberg. Weiterhin beinhaltet der neue Multimediaguide Interviews mit den Museumsmitarbeitern und Videos zur Restaurierungs- und Technikabteilung.

"Die Interviews durften wir selbst führen", sagt Eneko. "Ich habe mit der Geschäftsführerin und einer Restauratorin gesprochen. Das war toll." Unterstützt wurden die Schüler während der Projektarbeit außerdem von den Künstlern Kevin Metweew und Lotte Leerschool.

Die Begeisterung der Kinder ist auch Lehrern und Eltern nicht entgangen. "Die Schüler sind unglaublich stolz auf die Projektarbeit und wollen sie bald auch ihren Familien zeigen", berichtet Klassenlehrerin Imke Valks. "Mittlerweile gibt es auch viele Eltern, die sich mit dem Projekt identifizieren." Lob für das Projekt gab es ebenfalls im November 2013, als es bei dem Wettbewerb "Kooperation.Konkret. 2013" der Medienberatung NRW den zweiten Preis bekam.

Das Ergebnis der Projektarbeit können junge Museumsbesucher ab sofort auf 20 i-Pads kostenlos ausleihen.

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