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Landtagswahl im Saarland - CDU-Sieg an der Saar

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► Laut dem vorläufigen Endergebnis legt die CDU zu und kommt auf 40,7 Prozent der Stimmen.

► Die SPD bleibt hinter den Erwartungen zurück - erhält 29,6 Prozent.

► Die Linke verliert leicht - kommt laut ARD-Prognose auf 12,9 Prozent.

► Die AfD zieht mit 6,2 Prozent in den Landtag ein.

► Die Grünen (4,0 Prozent) und die FDP (3,3 Prozent) scheitern an der Fünf-Prozenthürde.

► Die Piraten sind mit 0,7 Prozent deutlich aus dem Landtag geflogen.

► Erfreulich: Die Wahlbeteiligung war mit 69,7 Prozent merklich höher als noch vor fünf Jahren.

Politik-Experte Professor Eckhard Jesse zu BILD: „Das Ergebnis gibt der Union Selbstvertrauen und bremst die SPD." Und weiter: „Landtagswahlen sind keine Bundestagswahlen und Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ist im Saarland sehr beliebt."

Die Sitzverteilung Einen Machtwechsel wird es im Saarland laut den Zahlen aus der Hochrechnung voraussichtlich nicht geben.

► Ein rot-rotes Bündnis hätte mit 24 Sitzen keine Mehrheit. Es fehlen zwei Sitze.

Heißt: Voraussichtlich wird das Saarland auch künftig von einer großen Koalition regiert.

SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz räumte die Wahlniederlage seiner Partei an der Saar ein. Er müsse feststellen, „dass die CDU ganz eindeutig die Wahl im Saarland gewonnen hat", sagte Schulz am Sonntagabend in Berlin. „Da gibt es nichts zu beschönigen."

Dagegen hätte ein schwarz-rotes Bündnis nach der ARD-Hochrechnung mit 41 von 51 Sitzen im Parlament eine deutliche Mehrheit.

Reaktion auf die Saar-Wahl

Sein Ziel bleibe es aber vor allem, „dass wir einen Regierungswechsel in der Bundesrepublik erreichen", hob Schulz weiter hervor. „Das ist ein Langstreckenlauf und kein Sprint."

Das Verdienst dafür liege offensichtlich bei CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sagte im ZDF: „Ich hab natürlich gehofft, dass die Saarländer ein deutliches Zeichen der Zufriedenheit mit meiner Arbeit setzen. Dass sie wollen, dass ich diese Arbeit fortsetze, in einer großen Koalition. Aber, dass das Ergebnis so deutlich ausfällt, das hat mich auch überrascht."

Gleichwohl könne aber auch die SPD mit ihrer Spitzenkandidatin Anke Rehlinger Erfolge verbuchen, sagte Schulz weiter. So habe die SPD noch zum Jahresbeginn in Umfragen deutlich niedriger gelegen. Nun sehe es so aus, „dass wir etwa das Ergebnis der letzten Landtagswahl erreichen".

Er sei zuversichtlich, dass die SPD im Bund und auch zuvor bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen „die Wähler mobilisieren" werde. Er werde jetzt „zuversichtlich nach vorne schauen".

Linke-Spitzenkandidat Oskar Lafontaine hat das Abschneiden seiner Partei im Saarland als „beachtlich" bezeichnet. „Wir haben hier im Saarland etwa viermal so viel wie andere westdeutsche Länder", sagte Lafontaine am Sonntagabend in der ARD.

Hat Rot-Rot der SPD geschadet? In einer Umfrage der ARD antworteten 57 Prozent auf die Frage, ob es eine Rot-Rot-Koalition eine gute Idee ist, mit Nein. Nur 40 Prozent hielten das für gut. Bei den Wählern der SPD fiel die Zustimmung für ein rot-rotes Bündnis nur wenig deutlicher aus. 51 Prozent gaben an, dass es keine gute Idee sei. Nur 46 Prozent waren für ein Rot-Rot-Bündnis.

In allen drei Umfragen wenige Tage vor der Landtagswahl war der Abstand zwischen der SPD und CDU geringer und es reichte knapp für ein Bündnis mit SPD und der Linken.

Zur Wahl waren insgesamt 14 Parteien und Wählergruppen zugelassen, die sich um die 51 Sitze im Saarbrücker Landtag bewarben. Derzeit sitzen im Landtag mit CDU, SPD, Linkspartei, Piraten und Grünen fünf Parteien. Die Piraten werden jetzt nicht mehr dabei sein. Dafür zieht neu die AfD ein.

Eine Rot-Rot-Regierung wäre eine Premiere in einem westdeutschen Bundesland gewesen. Das ist jetzt aber deutlich gescheitert.

Die Saar-Wahl

Der Spitzenkandidat der AfD, Rudolf Müller, war nicht ganz zufrieden, er und seine Partei können sich aber über den erstmaligen Einzug ins saarländische Parlament freuenFoto: Thomas Lohnes / Getty Images

Die CDU kam bei der Landtagswahl 2012 auf 35,2 Prozent der Stimmen und lag damit deutlich vor der SPD mit 30,6 Prozent. Drittstärkste Kraft wurde vor fünf Jahren die Linkspartei mit 16,1 Prozent. Die Piraten zogen mit 7,4 Prozent in den Landtag ein, die Grünen schafften dies mit 5,0 Prozent denkbar knapp.

Derzeit wird das Saarland von einer CDU-SPD-Koalition regiert.

Die Saarwahl war jetzt ein echter Stimmungstest. Auftakt zum Superwahljahr

Normalerweise steht das kleine Bundesland nicht im Fokus der übrigen Republik, aber es war die erste Landtagswahl im Super-Wahljahr. Im Mai folgen Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, am 24. September ist dann die Bundestagswahl.

Fakt ist: Der von vielen erwartete „Schulz"-Effekt für die SPD ist ausgeblieben!

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Es ist amtlich!

Bei der Landtagswahl im Saarland ist die CDU von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis klar stärkste Kraft geworden.

► Die Union kam nach dem am Sonntagabend im Internet von der Landeswahlleiterin veröffentlichten Ergebnis auf 40,7 Prozent der Stimmen und lag damit deutlich vor der SPD mit 29,6 Prozent. ► Drittstärkste Kraft wurde die Linkspartei mit 12,9 Prozent.

► In das künftige Vierparteienparlament zog zudem die AfD mit 6,2 Prozent ein.

► Die Grünen scheiterten dagegen mit vier Prozent an der Fünfprozenthürde und sind damit im neuen Landtag nicht mehr vertreten.

► Auch die FDP schaffte den Einzug ins Parlament mit 3,3 Prozent nicht.

► Die Piraten erreichten 0,7 Prozent und müssen den Landtag nach einer Legislaturperiode wieder verlassen.

AfD-Vorsitzender: „Die Regierenden etwas vor uns hertreiben"

Die AfD erwartet nach ihrem Einzug in den saarländischen Landtag unruhigere Zeiten im Landesparlament.

► „Das Grundziel, das wir angestrebt haben, ist damit erreicht. Wir sind im saarländischen Landtag und können dort zumindest die Regierenden etwas vor uns hertreiben", sagte der AfD-Landesvorsitzende Josef Dörr. Zur Arbeit künftigen im Landtag meinte er: „Wir wollen die (anderen) nicht ärgern, wir wollen eine gute Politik für das Saarland bewirken." Zum Wahlergebnis sagte Dörr: „Im September, wenn da gewählt worden wäre, hätten es auch 20 Prozent sein können."

Keine Entscheidung bei OB-Wahl in Saarlouis

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Saarlouis ist am Sonntag noch keine Entscheidung über das neue Stadtoberhaupt gefallen. Da keiner der vier Kandidaten die erforderliche Zahl der Stimmen erhielt, wird es am 9. April eine Stichwahl geben.

Dabei treten nach Angaben der Stadt der 57-jährige Peter Demmer von der SPD und die 58-jährige Marion Jost von der CDU gegeneinander an. Amtsinhaber Roland Henz (SPD) hatte sich aus Altersgründen nicht wieder zur Wahl gestellt.

Foto: Sean Gallup / Getty Images

Seehofer (CSU): „Der Rutschbahneffekt nach unten ist gestoppt."

CSU-Chef Horst Seehofer sieht nach dem Erfolg der CDU bei der saarländischen Landtagswahl den Abwärtstrend der Union beendet.

„Die SPD ist überzeichnet worden, Schulz ist überzeichnet worden", sagte Seehofer. „Der Rutschbahneffekt nach unten ist gestoppt." Es sei ein verdienter Erfolg für Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).

Seehofer wertete das Ergebnis im Saarland auch als Bestätigung seines Kurses: „Der Wahlausgang zeigt auch, dass es die richtige Strategie ist, sich klar zur Kanzlerin zu bekennen." Seehofer hat vor Wochen die Kritik an Kanzlerin Angela Merkels (CDU) wegen ihrer Flüchtlingspolitik weitgehend eingestellt - was in Teilen der CSU Enttäuschung ausgelöst hatte. „Alle Aussagen von den anderen Strategen sind falsch", sagte Seehofer dazu.

Lafontaine: „Wir hätten gerne die Politik im Saarland verändert..."

Oskar Lafontaine (73) Spitzenkandidat Linke: „Wir sind zufrieden, haben vier Mal so viele Stimmen geholt wie in anderen Bundesländern. Wir hätten gerne die Politik im Saarland verändert. Das können wir nun nicht."

Grünen-Spitzenkandidat Ulrich kündigt Rückzug an

Der saarländische Grünen-Spitzenkandidat und Landesvorsitzende Hubert Ulrich hat als Konsequenz aus dem Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl seinen Rückzug aus dem Landesvorstand angekündigt.

„Wir werden uns in der Führung neu aufstellen, ich werde die Verantwortung natürlich für diese Wahlniederlage übernehmen", sagte Ulrich im ZDF. Nun müsse beraten werden, wie sich die Saar-Grünen in Zukunft personell aufstellten. „Wir müssen unsere Niederlage anerkennen an dieser Stelle, wir haben unser Wahlziel nicht erreicht, den Wiedereinzug in den saarländischen Landtag."

Schulz räumt Niederlage ein: „Wir haben Ziel nicht erreicht"

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat die Niederlage seiner Partei bei der Landtagswahl im Saarland eingeräumt: „Wir haben das Ziel für diesen Abend nicht erreicht".

Die CDU habe die Wahl eindeutig gewonnen. „Annegret Kramp-Karrenbauer hat als amtierende Ministerpräsidentin sichtlich die Potenziale der Union nicht nur ausgenutzt, sondern in umfangreicher Weise mobilisiert. Da gibt es nichts zu beschönigen."

Die SPD habe im Saarland im Vergleich zur Ausgangslage in den Umfragen jedoch deutlich aufgeholt. Aber das Ziel der Sozialdemokraten sei ein Regierungswechsel in der Bundesrepublik. „Damit ist auch ganz klar an die Adresse von uns selbst heute Abend eine Botschaft gegangen: Das ist ein Langstreckenlauf und kein Sprint." Bis zur Bundestagswahl seien es noch sechs Monate. Deshalb könne man durchaus zuversichtlich nach vorne schauen.

Rehlinger: „Wahlziel leider nicht erreicht"

" Die saarländische SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger hat die Niederlage ihrer Partei bei der Landtagswahl eingeräumt.

„Wir haben das Wahlziel leider nicht erreicht, obwohl wir eine tolle Aufholjagd hatten", sagte sie. Man habe aber auf Sieg, nicht auf Platz gespielt. Die vor der Wahl nicht ausgeschlossene Option für eine rot-rotes Bündnis mit der Linke könnte "Wählerstimmen gekostet haben. „Durchaus möglich, dass wir dafür auch ein paar Prozentpünktchen haben abgeben müssen", sagte Rehlinger in der ARD.

► Annegret Kramp-Karrenbauer: „Ja, ich bin platt"

Annegret Kramp-Karrenbauer (54) CDU, Ministerpräsidentin: „Mit diesem Ergebnis habe ich nicht gerechnet. Ich freue mich sehr. Wir können wohl unsere Arbeit in der großen Koalition fortsetzen."

Stimmen aus der Saarlandhalle

► Hubert Ulrich (59), Fraktionschef und Spitzemkandidat der Grünen: „Mal sehen. Noch nichts entschieden."

► Monika Bachmann (67), Familienministerin, CDU: „Die gute Arbeit unserer Ministerpräsidentin ist honoriert worden. Ich freue mich sehr."

► Rudolf Müller (66), Spitzenkandidat AfD: „Ich bin froh,dass uns Zehntausende Saarländer gewählt haben"

Die Konkurrentinnen sind optimistisch

Im Kampf um den Posten als Ministerpräsidentin des Saarlandes sehen sowohl Amtsinhaberin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) als auch Herausforderin Anke Rehlinger (SPD) am Wahltag gute Vorzeichen für einen eigenen Triumph.

► „Das Wetter ist schön, alles passt", sagte Kramp-Karrenbauer bei ihrer Stimmabgabe am Sonntagmorgen in Püttlingen.

► Rehlinger präsentierte sich siegessicher und positiv. „Wir werden vorne liegen", kündigte die 40-Jährige bei ihrem Urnengang in Nunkirchen in ihrem Heimat-Landkreis Merzig-Wadern an.

Wahlbeteiligung scheint höher als vor fünf Jahren

Bei der Landtagswahl im Saarland zeichnet sich eine etwas höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren ab.

► Bis 14 Uhr hätten 32,6 Prozent der rund 800 000 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, erklärte die Landeswahlleiterin. 2012 waren es um diese Uhrzeit 31,1 Prozent. Die Wahllokale sind noch bis 18 Uhr geöffnet.

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