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Ein tragischer Held

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Gegen den Sport-Club Freiburg zeigte Hertha BSC am Samstag (09.03.19) eine schwache und eine gute Halbzeit. Kapitän Vedad Ibišević wurde zur unglücklichen Figur des Spiels. Cheftrainer Pál Dárdai hat eine Vermutung.

Freiburg/Berlin - Im Schwarzwald-Stadion lief bereits die 76. Spielminute, als es für einen Moment doch so aussah, als würden sich die Herthaner gegen den Sport-Club Freiburg soeben noch aus der Affäre ziehen. Nach einer Kombination über Marko Grujić, Ondrej Duda, Salomon Kalou und Jordan Torunarigha war es schließlich Kapitän Vedad Ibišević, der nur noch seinen Fuß hinhalten musste und in bester Torjäger-Manier den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich erzielte. Trainer Pál Dárdai sprach später von einem "wunderschönen Tor", Grujić von der "besten Aktion des Spiels". Der 'Vedator' belohnte seine Mannschaft für das Powerplay, das die 'Alte Dame' nach dem Rückstand zur Pause und der anschließenden Systemumstellung - von 3-5-2 auf 4-2-3-1 - vorgeführt hatte.

Ähnliche Geschichte wie gegen Mainz - ohne Happy End

Doch der Fußballgott hatte an diesem Samstagnachmittag (09.03.19) etwas dagegen, dass der Hauptstadtclub etwas Zählbares aus dem Breisgau mit zurück an die Spree nahm. Denn keine vier Minuten nach dem Ausgleichstreffer lag der Ball auf der Gegenseite schon wieder im Tor - und Ibišević wurde zum tragischen Helden. Der Freiburger Vincenzo Grifo zirkelte einen Eckball vors Berliner Tor, Herthas Nummer 19 fälschte das Spielgerät unglücklich ins eigene Tor ab. Und so wiederholte sich gewissermaßen die Geschichte aus der Vorwoche, als Niklas Stark gegen den 1. FSV Mainz 05 erst ins eigene Tor traf, dann allerdings auch den Siegtreffer erzielte. In Freiburg blieb ein Happy End indes aus. "Dieses Mal hat es Vedad erwischt. Ich kann ihm keinen großen Vorwurf machen. Der Standard war richtig gut getreten, er hält seinen Kopf hin und dann rutscht der Ball rein", meinte Dárdai später. Ibišević selbst fand ähnliche Worte: "Ich habe den Ball so unglücklich erwischt, dass er hinten rein gefallen ist. Das ist total bitter. Die Niederlage tut richtig weh."

Ohnehin lag die Ursache für die Niederlage in den Augen Dárdais woanders: "Ich habe die Vermutung, dass die Mannschaft vom Kopf her gehemmt ist, sobald wir die Chance haben, in der Tabelle eine Etage nach oben zu klettern", so der 42-Jährige. "Und dann sieht die erste Halbzeit so zäh aus wie das nun wieder der Fall war." Eine Einschätzung, die Lukas Klünter, der für den kurzfristig ausgefallenen Valentino Lazaro von Beginn an spielte, teilte: "Wir haben uns in der ersten Halbzeit überraschen lassen und ein wenig verpennt. Nach der Pause haben wir auf Viererkette umgestellt. Dann lief es besser. Wir haben es aber nicht hinbekommen, trotz mehr Ballbesitz häufiger zu treffen."

Dárdai wünscht sich Hilfe von oben

Tatsächlich hatten die Blau-Weißen knapp 60 Prozent Ballbesitz, auch aufs gegnerische Tor feuerten die Berliner deutlich mehr Schüsse ab als der Gegner (16:10). Doch am Ende wurde die Dárdai-Elf für ihren schwachen Auftritt in der ersten Halbzeit bestraft. Da half es auch nichts, dass die Herthaner in der zweiten Hälfte wie ausgewechselt wirkten. Brauchen die Berliner Hilfe von oben? "Wir müssen mit der Mannschaft langsam mal in die Kirche gehen. Was wir in letzter Zeit für Tore kassieren - das ist wirklich hart", scherzte Dárdai, um dann weniger amüsiert zu seinem Fazit zu kommen: "In Freiburg haben wir dadurch einen Punkt liegen gelassen, den wir aufgrund der zweiten Halbzeit verdient gehabt hätten."

(af/imago)

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