Dietmar Braun

Fachjournalist, Hochschuldozent, Heilbronn

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Risiko einer Fremdsteuerung

Die digitale Vernetzung hat nicht nur für Autofahrer Nachteile. Die Abgabe von Steuerung an Systeme und deren Algorithmen birgt die Gefahren von Hacker-Angriffen, Manipulation und Fremdsteuerung.


(db finanzwelt) Der Versicherer der Genossenschaftsbanken, die R+V Versicherung aus Wiesbaden, warnt vor Risiken und Gefahren aus der Vernetzung von Kraftfahrzeugen mit externen Diensten. Wenn Hacker die Software im Fahrzeug manipulieren, können sie große Schäden verursachen - ein Alptraum für jeden Autofahrer.

Die R+V Versicherung hat auf dieses Risiko reagiert und versichert jetzt auch Cyber-Risiken in der Kfz-Versicherung.


Böswillige Hacker-Attacken

Teilautonomes Fahren, Fahrerassistenzsysteme oder Entertainment-Apps haben Vor- und Nachteile im Straßenverkehr. Zweifellos macht der technische Fortschritt das Autofahren vielfach sicherer und verbessert den Fahrkomfort. Andererseits steigt die Gefahr, dass Fremde unberechtigt in die im Fahrzeug genutzte Software eindringen und die Programme verändern.


Risiko einer Fremdsteuerung

Wer zahlt beispielsweise, wenn ein Hacker aus der Ferne die Kontrolle über ein Fahrzeug übernimmt und es gegen ein geparktes Auto lenkt, ohne dass der Fahrer eingreifen kann?

In ihrem neuen Kfz-Tarif ab Juli 2018 bietet R+V in solchen Fällen ergänzenden Versicherungsschutz über die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung. Den Blechschaden am eigenen Fahrzeug übernimmt die Vollkaskoversicherung.

Da der Hacker aus Sicht der R+V Versicherer mutwillig und böswillig gehandelt hat, übernimmt die Vollkaskoversicherung auch die Kosten für die erforderliche Um-Programmierung der Software.

In der Cyber-Welt gibt es keine absolute Sicherheit. Autofahrer sollten jedoch auf regelmäßige Software-Updates achten. Sie schließen Sicherheitslücken der Vorgänger-Versionen und minimieren zumindest das Risiko, Ziel einer Hacker-Attacke zu werden.


Risiken vor Abwesenheit prüfen

Der fachjournalistische Blog Finanz- und Geldwissen rät auch bei der zunehmenden Vernetzung von Haushalten und Gebäuden zu prüfen, welche Informationen unberechtigte Hacker abrufen können, wie zum Beispiel Daten über die Abwesenheit der Bewohner oder gefährliche Manipulation an den Einrichtungen von Haushaltstechnik und Sicherheit.


Dietmar Braun (db)

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