Dietmar Braun

Fachjournalist, Hochschuldozent, Heilbronn

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Durch Schaden klüger – billiger Schutz zahlt nicht

Billigen Versicherungsrat oder billige Versicherungsdeckungen gibt es nicht. Wenn es brennt oder das Eigenheim unter Wasser steht zählt nur die Kompetenz der Kümmerer.


Der Stark- und Dauerregen der vergangenen Tage hat in Niedersachsen und anderen Teilen Deutschlands für überschwemmte Altstädte und unter Wasser stehende Keller gesorgt. Binnen 24 Stunden ist in vielen Regionen mehr Regen heruntergekommen als normalerweise im ganzen Monat Juli.


Stark-Regen hinterlässt Chaos Durch Unwetter können an Industrieanlagen, Häusern, Hausrat und Autos hohe Schäden entstehen. Nicht selten stehen Hausbesitzer, oder Mieter nach dem Unwetter vor einem großen Chaos. Es stellt sich nicht nur die Frage, wie das Gebäude schnellst- und bestmöglich wieder instand gesetzt werden kann, sondern auch wer die Kosten dafür trägt.


Wer also zahlt in diesen Fällen?

Essentieller Elementarschutz Wohngebäude- und Hausratversicherung als Standarddeckung sehen nicht Lösungen zur Entschädigung für alle Naturereignisse vor. Wie immer bei Versicherungen, entscheidet hier die Kompetenz des Versicherungsmakler oder Vermittler, ob das Konzept die Risiken deckt.


„Für Schäden, die beispielsweise durch Überschwemmungen und Starkregen entstehen, ist jeweils eine zusätzliche Elementardeckung nötig. Nur dann übernimmt die Versicherung Kosten für Reparaturarbeiten am Wohngebäude wie etwa eine Gebäudetrocknung oder Instandsetzung des Mauerwerks", sagt Dr. Harald Neugebauer, Leiter der Schadenabteilung bei den Gothaer Versicherungen.


Eine Elementar-Zusatzdeckung in der Hausratversicherung kommt für beschädigtes oder zerstörtes Wohnungsinventar auf - ersetzt wird der Wiederbeschaffungswert. 60 Prozent der deutschen Immobilien bei Natur-Risiken ungeschützt


„Eine Elementarversicherung sollte immer zusätzlich zu einer Gebäude- oder Hausratversicherung abgeschlossen werden", so der Experte Neugebauer in der Nachschau zu eingetretenen Wasserschäden.


Nur so seien beispielsweise auch Schäden durch Unwetter und Rückstaus in der Kanalisation gedeckt.


Genau dieser Teil des Versicherungsschutzes fehle laut Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) etwa 60 Prozent der Deutschen für ihr Eigenheim oder den gewerblichen Kunden für ihre Betriebe. Das ist logisch, da diese Risiken ja ein erhöhtes Risiko für den Versicherer als Risikoträger darstellen.


Wie sollten sich Versicherte im Schadenfall verhalten?


Den Schaden sofort melden!

Versicherungsnehmer sollten ihre Versicherung so schnell wie möglich über einen Schadenfall zu informieren. Eine detaillierte Schadenaufstellung kann später nachgereicht werden.


Folgeschäden vermeiden!

Versicherungsnehmer sollten alles Zumutbare tun, um den Schaden so gering wie möglich zu halten - zum Beispiel beschädigte Dachfenster mit einer Plane abdecken, Wasser abpumpen oder Einrichtungsgegenstände aus dem Keller, sofern ohne Gefährdung möglich, in Sicherheit bringen.


Dokumentieren!

Versicherungsnehmer sollten Schäden in Fotos und Videos genau festhalten.

Rücksprache! Bevor Versicherungsnehmer eine Reparatur in Auftrag geben, sollten sie unbedingt Rücksprache mit dem Versicherer halten.


Archivieren!

Quittungen, beispielsweise von Reparaturarbeiten, für die Steuererklärung aufheben.


Fazit: Sorgen Sie nicht nur für die umfassende Risiko-Deckung in Zusammenarbeit mit dem Versicherungsmakler ihres Vertrauens oder kompetenten Versicherungsberater, sondern sammeln sie auch Belege über ihr Eigentum und Eigenheim, um im Schadensfall alle Werte belegen zu können.


Dietmar Braun (db)


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