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VON AMSELN, PATRIOTEN UND WEINEN

Auf dem Amselfeld gibt es keine Amseln, auf dem Amselfeld wachsen kaum Reben. Auch der Wein, den Deutschland einst liebte, der süßliche, rote „Amselfelder“ hatte das Amselfeld nie gesehen. Er kam zumeist aus Metochien, der westlichen Hälfte des heutigen Kosovo. Keinen Wein, dafür aber Schlachten kannte das für das Kosovo namensgebende tektonische Becken, Fushë Kosova, deutsch: Amselfeld, im Osten, gleich im Dutzend; angefangen von denen zwischen Serben und Osmanen im 14. bis zu denen des Ersten Weltkriegs. Für den Namen des aus Gamay, Cabernet, Pinot und lokalen Sorten gekelterten Weins schließlich waren nicht Kosovaren, sondern ein Weinimporteur aus deutschen Landen verantwortlich. Das war im Jahre 1963.
Im April 2015 ist das Kosovo für die serbische Journalistin Danja Antonovic, „terra incognita“.