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Der Eigentümer bleibt geheim

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Die deutsche Regierung kritisiert regelmäßig Steueroasen wie die Bermudas. Dabei sind viele Firmenstrukturen auch hierzulande intransparent.

(Foto: Horst Ossinger/dpa) Seit Oktober 2017 gibt es ein Transparenzregister in Deutschland. Jeder sollte die Eigentümer von Firmen einsehen können, so die Idee. Tatsächlich bekommen nur ausgewählte Personen Zugang und oft sind die Daten unvollständig. Das macht es Geldwäschern und Sanktionsbrechern einfach. Interne Akten des Finanzministeriums, die SZ und NDR vorliegen, zeigen nun, wie Unternehmen die Politik bei der Gesetzgebung unter Druck gesetzt haben.

Das Versprechen war groß: Ein Register sollte her, für jedermann zugänglich sollte es sein, und es sollte Schluss machen mit undurchsichtigen Firmenstrukturen in Deutschland. Ganz unkompliziert würde jeder erfahren können, wem eine Firma gehört, hieß es 2016 aus dem Bundesjustiz- und dem Bundesfinanzministerium in Berlin. Die Panama Papers - jene Veröffentlichung über dunkle Geschäfte der Reichen und Mächtigen - war da erst ein paar Tage her. Mittlerweile sind fast zwei Jahre vergangen. Das Transparenzregister wurde im Oktober 2017 in Betrieb genommen, doch von dem ursprünglichen Versprechen ist nicht viel übrig geblieben: Nur ausgewählte Personen bekommen beim Transparenzregister Auskunft, und selbst wenn das gelingt, sind die Daten oft unvollständig. Die Geschichte des Transparenzregisters ist die Geschichte eines Sieges von Lobbyinteressen über das Gemeinwohl - und die Geschichte eines politischen Fiaskos.

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