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Wenn Rückschläge stärker machen: ein Plädoyer fürs Scheitern

Unsere Welt ist auf Erfolg ausgerichtet. Stets geht es ums Siegen und Weiterkommen, ums versierte Meistern jedweder Aufgabe, sprich: ums Gewinnen. Scheitern stellt für viele Menschen überhaupt keine Option dar. Rückschläge gilt es um jeden Preis zu vermeiden. Dabei sind es gerade vermeintliche Niederlagen, aus denen wir lernen, die uns weiterbringen und uns letztlich stärker machen.

Fehler sind wichtig, denn: Aus Schaden wird man klug

Doch der fehlerhafte Umgang mit Fehlern ist in erster Linie der mangelhaften Fehlerkultur unserer Gesellschaft geschuldet. Statt über Misserfolge offen zu diskutieren, ihren Ursachen auf den Grund zu gehen und sie im Zuge eines Lernprozesses zukünftig zu vermeiden, hagelt es meistens nur Ärger, Kritik und böse Worte. Allein die Etymologie eines Wortes wie „Fehlerteufel" macht deutlich, in welch sinistren Ecke das Scheitern sozialhistorisch eingeordnet wird. Dabei ist wissenschaftlich längst erwiesen, was schon Theodor Fontane wusste: Wer aufhört, Fehler zu machen, lernt nichts mehr dazu.

Wer Fehler gemacht hat, hat meistens nur Erfahrung gesammelt.

Oscar Wilde

Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Man muss das Scheitern als Chance begreifen. Denn jeder Misserfolg bedeutet Weiterentwicklung. Weil man gezwungen ist, sein Handeln zu überdenken, sich neu zu orientieren - und dadurch zu optimieren. Ganz platt ausgedrückt: Jeder Misserfolg macht uns zu einem besseren Menschen. Zumindest dann, wenn man bereit ist, aus seinen Fehlern zu lernen und die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

Besonders wichtig ist es daher, keine Angst vor Fehlern zu haben. Ansonsten nimmt man sich selbst die Chance, etwas Neues auszuprobieren und seine Fähigkeiten zu erweitern. Darum ist es genauso wichtig, hin und wieder die eigene Komfortzone zu verlassen, sich neuen Herausforderungen zu stellen und damit zu riskieren, überhaupt Fehler zu machen. Denn nur so kann man herausfinden, wer man ist, was einen auszeichnet und worin man gut ist. Oder eben nicht.

Unsere Fehlschläge sind oft erfolgreicher als unsere Erfolge.

Um einen Fehler in einen Vorteil zu verwandeln, sollte man sich stets an diese fünf einfachen Schritte halten:

Andernfalls kann kaum ein Lerneffekt entstehen. Es braucht den Willen, sich mit sich selbst konstruktiv auseinanderzusetzen.

2. Verantwortung für seine Fehler übernehmen

Erst wenn man sich Misserfolge auch vor anderen eingesteht, öffnet sich die Tür zur Weiterentwicklung.

3 Die Erfahrung analysieren

Denn es gibt kaum einen besseren Lehrer als den Schmerz der Niederlage.

Denn wenn man weiß, wie man den Fehler verursacht hat, lässt er sich beim nächsten Mal vermeiden.

5. Aufstehen und weitermachen

Anstatt sich durch die Angst vor Fehlern bremsen zu lassen, sollte man das nächste Projekt mit doppelt so viel Elan angehen - denn den einen Fehler wird man nicht nochmal machen.

In unserer die Optimierung und Perfektion liebenden Welt wird immer wieder unterschätzt und negiert, wie wichtig Fehler sind. Kaum etwas hat so viel Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung wie der eigene Umgang mit Fehlern. Daher sollten wir die durch Misserfolg in Gang gesetzten Prozesse dankbar annehmen und uns darauf einlassen. Es ist nämlich kein Zufall, dass die Begriffe „scheitern" und „gescheit" denselben Wortstamm haben.

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