Birk Grüling

Bildungsjournalist, schreibender Papa, Spielplatzheld, Buchholz

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Seemannsgarn

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Loch Ness ist ein berühmter Ungeheuer-See in den schottischen Highlands. Rund 37 Kilometer lang und bis zu 300 Meter tief. Was sich da alles verbergen kann?

(Foto: imago, Studiofolk/Denis Carrier)

Blutrünstige Meeresbestien und geheimnisvolle Seeschlangen - schon immer haben Menschen eine besondere Begeisterung für Unterwasser-Monster, die es in Wahrheit gar nicht gibt. Oder doch? Ein Überblick.

Nessie - Ungeheuer von Loch NessArt: Seeschlange Heimat: Loch Ness in Schottland

Sie ist der Superstar unter den Seeungeheuern. Rund 20 Meter lang, oft fotografiert (leider unscharf und schwarz-weiß) und uralt. Die ersten Berichte von einer Bestie im Loch Ness sind fast 1500 Jahre alt. Der See ist nicht nur riesig, sondern auch über 300 Meter tief: genug Platz also. Augenzeuge Aldie Mackay berichtete einem Reporter vor 85 Jahren von "zwei dunklen, sechs Meter langen Buckeln, die sich durchs Wasser bewegten". Sie stammten wohl von einem "sich rollenden und durch den See stürzenden enorm großen Tier". Ein Zirkus setzte ein hohes Kopfgeld auf das Einfangen von Nessie aus. Leider erfolglos.

Lagarfljótsormurinn Art: Lindwurm Heimat: Lagarfljót-See auf Island

Der Lindwurm mit dem unaussprechlichen Namen soll einen von Beulen übersäten 90 Meter langen Körper haben. Trotz seiner Ausmaße gab es lange keine Aufnahmen des Monsters. Vor sechs Jahren zeigte das isländische Fernsehen ein 30 Sekunden langes Video von einer Seeschlange, die sich durch Eismatsch schiebt. Wenngleich das Wesen im Video keine 90 Meter lang ist und man nicht wirklich erkennt, ob es überhaupt ein Tier ist, bestätigten isländische Experten die Echtheit. Das Video filmte Bauer Hjörtur Kjerúlf durch sein Küchenfenster. Er sagt: "Es war keine Fälschung. Der Wurm ist echt und kein Witz."

Architeuthis dux Art: RiesenkalmarHeimat: Weltmeere

Jahrhundertelang fürchteten Seeleute Kraken, die angeblich ganze Schiffe in die Tiefe zogen. Beim Untergang der Britannia 1941 rettete sich die Besatzung auf ein Floß. "Plötzlich tauchte ein großer Kalmar auf, packte einen der Schiffbrüchigen", erzählte man. Japanische Forscher filmten viel später tatsächlich einen neun Meter langen Riesenkalmar. Dass diese Tiere Menschen angreifen, gilt als unwahrscheinlich.

Megalodon - Riesenhai Art: Urzeithai

Forscher untersuchten vor der australischen Küste das Jagdverhalten des Weißen Hai. Eines der beobachteten Tiere, ein drei Meter langes Exemplar, wurde plötzlich in die Tiefe gezogen. Hai-Experte David Riggs erklärte im Fernsehen: "Die Temperatur im Magen des Räubers, der den Hai verspeist hat, ist seltsam: Für einen Schwertwal zu niedrig und für einen anderen Hai zu hoch - außer der andere war enorm riesig."

Globster - Klops aus dem MeerArt: Toter WalHeimat: Im Meer

1960 wurde in Tasmanien ein totes Ungeheuer an Land gespült: Der Körper war wie mit einem schleimigen Schafspelz überzogen, ein gewaltiges, zahnloses Maul, Kopf oder Flossen waren nicht zu erkennen. Nach mehreren ähnlichen Funden setzte sich der Begriff "Globster" durch. "Glob" bedeutet auf Englisch "Geschlabber". Später fanden Forscher eine andere Erklärung: Es seien keine Meeresungeheuer, sondern die Überreste toter Wale.

NahuelitoArt: Argentinisches RiesenfaultierHeimat: Nahuel-Hapi-See

Der Nahuelito hat viele Gesichter: Vom mutierten Meeressaurier bis zum Riesenfaultier. Zum ersten Mal berichtet Goldsucher Martin Sheffield vor fast 100 Jahren von einem "enormen Tier mit einem Kopf wie ein Schwan. Seine Bewegungen lassen auf einen Krokodils-Körper schließen." Mit Gewehren und Dynamit suchen Jäger seitdem nach Nahuelito.

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