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Blankenese: Kreativ klagen

Birken, Kiefern, Fichten, Zitterpappeln, Robinien, Weiden, Ahorne und Eichen, insgesamt 42 Stück. Stammdurchmesser fünf bis 50 Zentimeter, Alter zwischen acht und 40 Jahren. Als "eher unbedeutend" stuft das Bezirksamt Altona, das die Fällung genehmigt hat, das Erscheinungsbild der Bäume ein. Trotzdem ist im Hamburger Stadtteil Blankenese ein veritabler Streit um das Gehölz ausgebrochen: Am Dienstag vergangener Woche blockierten Anwohner des Björnsonwegs mit ihren Autos die geplanten Fällarbeiten. Zwei Tage später rückten linke Aktivisten mit einer Kettensäge an - zur symbolischen Fällung einer Birke.


Sehr viel Aufregung für ein paar Bäume. Aber eigentlich geht es nicht nur um die Bäume am Björnsonweg, sondern um die Flüchtlingsunterkunft, die die Stadt Hamburg auf dem Gelände errichten möchte, auf dem die Bäume bislang stehen. Neun Pavillons mit Platz für 192 Menschen sind geplant. Die Geschichte des Konflikts ist darum auch eine Geschichte über die Kreativität, die Nachbarn an den Tag legen können, wenn sie verhindern wollen, dass nebenan Flüchtlinge einziehen.

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