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Die Geräuschlose

Sie zögert, sucht nach Worten. "Denken Sie bitte nicht, dass ich mich wegducken will", sagt Katharina Fegebank. "Ich sehe das Problem, wirklich!" Ein Abend im Februar, der Bürgerverein zu St. Georg hat zum Neujahrsempfang in das Hotel Marriott geladen. Die Zweite Bürgermeisterin hält als Ehrengast eine Rede, sie schwärmt vom "friedlichen Miteinander" in St. Georg. Dann streift sie ein ernstes Thema, das Elend am Hauptbahnhof, die offene Drogenszene. Die Stadt werde sich kümmern, sagt sie.


Da meldet sich eine junge Frau: "Was heißt denn das? Mich nervt diese romantische Sicht auf den Stadtteil!" Am Hansaplatz werde sie von Betrunkenen mit Flaschen beworfen, sie überlege wegzuziehen. Fegebank tritt näher, sie sagt jetzt nicht mehr viel, stellt vor allem Fragen. Und macht ein Angebot: Sie wolle sich das gern ansehen, bei einem gemeinsamen Spaziergang durch das Viertel vielleicht?

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