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Tod mit Ansage

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Die Rettungsschiffe "Open Arms" und "Astral" der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms sind auf dem Weg nach Mallorca, wo sie am Sonnabend anlegen wollen. Das teilte die NGO am Donnerstag über Twitter mit. An Bord der "Astral" befinden sich eine gerettete Frau sowie die Leichen einer weiteren Frau und eines Kindes, die ihre Flucht nicht überlebt haben.

Die Retter hatten die drei Personen am Dienstag in den Trümmern eines Schlauchbootes entdeckt, das etwa 80 Seemeilen (148 Kilometer) vor der Küste Libyens im Meer trieb. Nach Einschätzung der Besatzung waren sie von der als "libysche Küstenwache" agierenden Miliz, die von der Europäischen Union unterstützt wird, ihrem Schicksal überlassen worden. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte die Hilfsorganisation, die Schiffe hätten das Gebiet angesteuert, nachdem die Besatzung den Funkverkehr zwischen einem Schiff der "Küstenwache" und einem Frachter über ein in Not geratenes Boot mitgehört hatten. Demnach blieb der Frachter vor Ort, bis die "Küstenwache" mitteilte, auf dem Weg dorthin zu sein. Proactiva Open Arms warf der libyschen Miliz vor, andere Menschen gerettet, die zwei Frauen und das Kind aber ihrem Schicksal überlassen zu haben. Die Miliz wies das zurück.

Die Aussagen von Josefa, der geretteten Frau, scheinen die Vorwürfe der Retter jedoch zu bestätigen. Das italienische Onlineportal Internazionale zitierte sie mit der Aussage, die Gruppe sei bereits zwei Tage und zwei Nächte auf hoher See gewesen, als "libysche Polizisten" gekommen seien: "Sie haben uns geschlagen." Sie wisse nicht, was danach geschah.

Zudem scheint inzwischen klar zu sein, dass das Kleinkind erst kurz vor dem Eintreffen der Retter gestorben ist. Proactiva Open Arms macht deshalb die Blockadepolitik Italiens und anderer EU-Staaten für dessen Tod mitverantwortlich: Alles sei blockiert, "aufgrund derselben Diskussionen und derselben Verzögerungen, die ein namenloses Kind zum Tod verurteilt haben, das nun in einem weißen Sack im Schiffsbauch ruht."

Italien hatte der Organisation zwar einen Hafen zugewiesen, wollte sich aber nur um die Überlebende, nicht jedoch um die beiden Todesopfer kümmern. Die "Open Arms" und die "Astral" steuerten daraufhin Spanien an. Die Regionalregierung der Balearen bot ihre Hilfe an. "Es darf weder Gleichgültigkeit geben, noch dürfen wir in die andere Richtung schauen. Lasst uns jetzt handeln!" schrieb die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Francina Armengol auf Twitter.

Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch verbreitete am Donnerstag die Aufnahmen der Rettungsaktion der spanischen Kollegen und schrieb dazu auf Facebook: "Wie lange können sich Angela Merkel, Horst Seehofer und die Bundesregierung angesichts dieser Bilder noch vor ihrer Verantwortung drücken?" Ihre eigene "Sea-Watch 3" liegt seit nunmehr 23 Tagen im Hafen der maltesischen Hauptstadt Valetta fest, ebenso wie die "Lifeline" und die "Seefuchs". Auf ihrer Homepage spricht Sea-Watch deshalb von einem politisch motivierten schmutzigen Spiel: "Die migrationsfeindlichen Protagonisten der europäischen Politikerriege ziehen die Mauern der Festung Europa weiter hoch. Das Leben afrikanischer Flüchtlinge spielt dabei keine Rolle, im Gegenteil: Tote werden im Sinne einer vermeintlichen Abschreckung billigend in Kauf genommen."


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