Februar 2012

Es gibt unzählige Programme mit denen man Twitter auf dem Smartphone nutzen kann. Derzeit einigen sich sehr viele Nutzer darauf, dass Tweetbot seit seinem Update der derzeit beste Twitter-Client ist. Ist das so?

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Diese Woche entfernen wir uns ein bisschen vom knallharten Newsgeschäft und widmen uns dem Stoptrick. Eine einfache kostenlose App und eine einfache kostenlose Idee führen nämlich manchmal zu verblüffend schönen kleinen Ergebnissen.

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Hier das aktuelle Videostatement von Markus Beckedahl von netzpolitik.org zu ACTA. Und unten die Einschätzungen von Jochen Thermann, Kooperative Berlin.


Lobbyismus ist bekanntlich ein Teil der Demokratie. Ein Husarenstück der internationalen Verwertungsrechtelobby stellt aktuell das Anti Counterfeiting Trade Agreement dar. Auf deutsch heißt das: Anti-Fälschungs-Handelsabkommen.

Es ist unter dem Kürzel ACTA zu zweifelhafter Berühmtheit gekommen.

Der Inhalt von ACTA ist unkonkret. Gesetzeskraft hat das Abkommen nicht. Es gibt aber im großen internationalen Stil von den USA, über die EU bis Japan Richtlinien vor: für Urheberrechtsverstöße und Produktpiraterie. Anvisiert wird dabei u.a.,  Internetprovider in Haftung zu nehmen, um digitale Piraten aufzustöbern. Das würde auch in die Informationsfreiheit eingreifen. Denn bislang kontrollieren Provider nicht, wer sich auf welchen Seiten bewegt. Geht sie ja auch nichts an.

Um Piraterie im Netz zu bekämpfen, müsste jedoch genau dieser Bereich des freien Netzes durchleuchtet werden.

Konkrete Maßnahmen enthält das Abkommen nicht. Doch Stoßrichtung und Geist des Abkommens lassen wenig Interesse an einer freien Kommunikation erkennen. Neben dieser laxen Einstellung in Fragen der Informationsfreiheit hat aber auch der Entstehungsprozess von ACTA Fragen aufgeworfen.

Die EU stimmte dem Vertrag bereits am 16. Dezember zu. Bemerkenswerterweise in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Agrar- und Fischereirats. Doch die europäischen Regierungen müssen noch einzeln zustimmen. Bislang steht die Ratifizierung von Deutschland und vier weiteren EU-Ländern aus.

Die Bundesregierung sieht keine geltenden Rechte gefährdet.

In  Polen und Tschechien ist es dagegen zu Massenprotesten gekommen. Sie richten sich nicht nur gegen die mögliche Beschneidung von Grundrechten, sondern auch gegen das undurchsichtige Verfahren. Auch die Slowakei verweigert die Unterzeichnung.

Man wolle kein Abkommen unterstützen, dass den Schutz von Copyright über das Recht auf Freiheit und Privatsphäre stellt.

Aus diesem Grund sind am Samstag in zahlreichen europäischen Ländern Demonstrationen geplant. Damit ACTA  ad acta gelegt wird.

Jochen Thermann, Kooperative Berlin

 

P.S.: Und hier noch eine aktuelle Übersicht der Digitalen Gesellschaft e.V. der anstehenden Demonstrationen und Proteste im Rahmen des ACTA-Protesttages am 11. Februar 2012:

http://wiki.stoppacta-protest.info/Main_Page

Mehr Informationen zur “Stoppt ACTA”-Kampagne des Digitale Gesellschaft e.V. finden sich hier: http://digitalegesellschaft.de/portfolio-items/acta-stoppen/

Der Digitale Gesellschaft e.V. ist Mitveranstalter der Berliner Demonstration gegen ACTA, die um 13 Uhr am Neptunbrunnen am Alexanderplatz startet.

http://www.stopactaberlin.de/


 

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Hast Du auch schon mal ein Körperteil auf den Kopierer gelegt? Nun, das geht mit der App Scanner Pro nicht so richtig. Ansonsten funktioniert sie aber überraschend gut. Perfekt für investigative Schnüffelnasen oder für Leute ohne Faxgerät. Ganz billig ist das Ganze aber nicht.
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Gut, wenn man alles immer mit dabei hat. Doof, wenn die wichtige Präsentation, der O-Ton oder das Manuskript zuhause auf dem heimischen Rechner liegen, wenn man bereits auf dem Weg in den Sender ist. Gott sei Dank liegt aber mehr und mehr nicht nur auf dem Homecomputer, sondern über den Wolken, allzeit bereit in der so genannten Cloud – gut verstaut in einer Kiste.

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Orientierung im Diskurswald der Blogossphäre: Rivva und andere Aggregatoren

 

Die Blogosphäre ist ein Wald. Nicht notwendig düster, aber definitiv unübersichtlich. Orientierung tut not. Sicher kann man sich seine eigenen Pfade bahnen, kann den RSS-Feed füttern, regelmäßig bei bevorzugten Blogs vorbeiklicken – oder einfach auf Aggregatoren wie Rivva zurückgreifen. Die sorgen für Orientierung im Dickicht und dafür dass man immer wieder auf sehenswerten Lichtungen landet.

 

Seit 2007 filtert der Dienst Blogs und Onlinemedien auf meistdiskutierte Themen und Texte. Rivva avancierte damit zum Haupteingangstor zur deutschen Blogossphäre. Oder in ironisch respektvoller Lesart zur „Bauchpinselstube der deutschsprachigen Alphabloggerei und Twitteria“. Anfang 2011 versiegte der Nachrichtenstrom. Aufgrund von Finanzierungsschwierigkeiten musste Rivva-Macher Frank Westphal den Hahn zudrehen. In der Bloglandschaft wurde Rivva schwer vermisst. Umso größer die Freude als der Aggregator im Juni letzten Jahres dann doch wieder seinen Dienst aufnahm.

 

Wer wissen will, wer bei Diskussionen zu SOPA, ACTA, Post-Privacy oder Netzneutralität wie wann auf wen reagiert, wird bei Rivva fündig. Denn Rivva postet nicht nur vieldiskutierte Texte, sondern alle Blogs und Tweets, die auf sie verweisen oder Bezug nehmen. Unter einer Überschrift werden neben dem meistdiskutierten Beitrag, auch auf sie reagierende Artikel zusammengestellt. Das macht es leichter Diskurswege nachzuzeichnen und sich multiple Perspektiven auf ein Thema zu erschließen.

 

Der Pulsmesser der Blogossphäre listet darüber hinaus die aktuell angesagtesten Youtube-Videos und Meme. In den Rubriken: Technologie, Medien, Politik, Wirtschaft, Leben, Wissen und Recht werden jeweils die Texte mit der größten Resonanz gepostet.

 

Weil Social Media als Multiplikator und Verbreitungsweg eine immer größere Rolle spielen, hat das neu entsprungene Rivva auch Facebook und Google Plus ins Tracking aufgenommen. Likes, Googels +1 und Shares fließen also ebenfalls ins Ranking ein.

 

Das sorgt natürlich dafür, dass gerade frequenzstarke Leitmedien wie Spiegel-Online bei Rivva immer wieder oben auftauchen. Das mag manchen auf den ersten Blick irritieren oder enttäuschen. Aber wie Blogger Felix Schwenzel angesichts Rivvas finanzbedingter Pause schrieb: „nicht die Dinge die oben schwimmen, sondern die, die sie zum schwimmen bringen“ sind das Relevante an Rivva.

 

Neben einer Aussichtsplattform auf die Blogossphäre, fungiert Rivva auch als veritable Suchmachine. Der Dienst bietet so eine Art Google News für Blogs und Co. Aufgespalten ist die Suche in die Rubriken Blogs, Tweets, Nachrichten, Video und Titelstory.

 

Neben Rivva haben sich mittlerweile auch andere deutsche Aggregatoren im Netz positioniert. Newshype wurde seinerzeit als Rivva-Erbe hochgejazzt. Jannis Kucharz, Betreiber des Blogs netzfeuilleton.de, und Pëll Dalipi waren zwar in Sachen Öffentlichkeitsarbeit ausgesprochen effektiv, die Programmierung gestaltet sich aber offenkundig problematischer. Newshype ist heute Buzz von gestern mit ungewisser Wiederbelebung.

 

Buzzly dagegen ist seit Juli 2011 aktiv. Das Projekt von Dennis Ring gibt sich designtechnisch minimalistischer als Rivva, was die Übersichtlichkeit allerdings eher vermindert. Im Unterschied zum großen Aggregatorenbruder kann man bei Buzzly auf Medien oder Blogs filtern. Ausgesprochen praktisch, wenn man sich ausschließlich auf die Blogossphäre konzentrieren will. Neben, Tweets, Shares und Likes fließen laut Dennis Ring, auch Blog-Verlinkungen in das Ranking ein. Sie werden allerdings nicht angezeigt. Querverweise- und Bezüge können so nicht nachvollzogen werden. Meldungen können zwar nach Zeitstrahl eingegrenzt und nach Datum oder Verbreitung sortiert werden. Eine Suchfunktion hat Buzzly bislang allerdings noch nicht zu bieten.

 

Virato gibt sich vergleichsweise komfortabler und kompletter. Neben einem Sprachfilter und einem Social-Media Aggregationsfilter, bietet der Dienst einen Zeitfilter, der sich von den letzten sieben Tagen bis zu den letzten drei Stunden feinjustieren lässt. Zudem kann man aus 19 Ressorts und Schlagworten eine thematische Filterung vornehmen. Während die Rivva-Suche deutsche und englischsprachige Blogs ausspuckt, ohne dass eine sprachliche Filterung vorgenommen werden könnte, kann man sich über Viratos Sprachfilter wahlweise für englische oder deutsche Blogbeiträge entscheiden. Ebenfalls im Unterschied zu Rivva, werden auch bei den Suchergebnissen die jeweiligen Likes, Shares und Tweets zumindest angezeigt, sind allerdings nicht verlinkt.

 

Vom „Battle der Newsbots“ profitieren die User. Denn die produktive Konkurrenz provoziert die Programmierer Filterverfahren und Suchmöglichkeiten weiter zu verbessern und zu verfeinern. Zugleich eröffnet gerade die unterschiedliche Ausrichtung der Aggregatoren unterschiedliche Perspektiven auf ein aktuell vieldiskutiertes Thema. Unter den Wegmarken durch den Wald der Blogossphäre kann man sich situativ denjenigen wählen, der dem eigenen Informationsinteresse am ehesten zuarbeitet.

Text: Tobias Lenartz

Bild: flickr/Powerhouse_Museum

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